The World Is Not Enough

Die Welt ist nicht genug

Nachdem der britische Ölunternehmer Sir Robert King in der Londoner MI6‑Zentrale durch einen Sprengstoffanschlag getötet wird, erhält Bond den Auftrag, dessen Tochter Elektra vor dem Terroristen Renard zu schützen, der eine Kugel im Gehirn hat und keinen Schmerz mehr empfindet. Im Verlauf der Mission deckt Bond auf, dass Elektra heimlich mit Renard zusammenarbeitet, um durch einen inszenierten Atomunfall in Istanbul die konkurrierende Pipeline zu zerstören und ihr eigenes Ölmonopol zu sichern; mit Hilfe der Nuklearphysikerin Dr. Christmas Jones vereitelt er den Reaktor‑Sabotageplan, tötet Elektra in Istanbul und Renard in einem gesunkenen U‑Boot im Bosporus.
Erscheinungsjahr
1999
Weltpremiere
8. November 1999
Laufzeit
128 Minuten

Plot

Nach einer Mission in Bilbao bringt Bond dem Industriellen Sir Robert King ins MI6‑Hauptquartier in London Geld zurück, das angeblich zuvor unterschlagen wurde. Als King die markierten Banknoten berührt, explodiert eine versteckte Bombe und tötet ihn – ein Anschlag mitten im Herz des Geheimdienstes, der M persönlich trifft, da King ein alter Freund ist. Bond verfolgt die vermeintliche Attentäterin auf der Themse in einem Hochgeschwindigkeits‑Q‑Boot, doch sie sprengt sich über dem Millennium Dome in die Luft; Bond verletzt sich dabei schwer an der Schulter.

Der Anschlag scheint mit Kings Ölimperium im Kaspischen Raum zusammenzuhängen, weshalb Bond zur Bewachung seiner Tochter Elektra nach Aserbaidschan geschickt wird. Sie überwacht dort den Bau einer Pipeline, gibt sich traumatisiert, da sie zuvor vom Terroristen Victor «Renard» Zokas entführt worden war und angeblich aus eigener Kraft fliehen konnte, nachdem der MI6 sie im Stich liess. Bei einem Anschlag auf eine Pipeline‑Baustelle rettet Bond Elektra in einer Ski‑Verfolgungsjagd vor bewaffneten Paragleitern, was ihre Bindung vertieft.

Bonds Nachforschungen führen ihn nach Kasachstan zu einem Atomtestgelände, wo eine Gruppe Wissenschaftler mit stillgelegten Sprengköpfen arbeitet. Dort trifft er auf die amerikanische Nuklearphysikerin Dr. Christmas Jones und stösst in einem unterirdischen Bunker auf Renard, der wegen einer Kugel in seinem Gehirn keinen Schmerz mehr empfindet, aber langsam sterben wird. Renard entkommt mit einem Atomsprengkopf, und Bond beginnt zu vermuten, dass Elektra nicht Opfer, sondern Komplizin sein könnte.

Als in der Pipeline eine vermeintliche Bombe entdeckt wird, steigen Bond und Christmas in einen Wartungswagen ein, um sie zu entschärfen. Sie stellen fest, dass nur die Hälfte des waffenfähigen Plutoniums vorhanden ist; den Rest nimmt Renard an sich, während Bond die verbliebene Ladung kontrolliert detonieren lässt, um seinen eigenen vermeintlichen Tod vorzutäuschen und Elektra zu testen. Elektra entführt unterdessen M nach Aserbaidschan beziehungsweise Istanbul, enthüllt ihren Hass auf den Vater – sie glaubt, er habe das Familienimperium gestohlen – und erklärt, die Entführung durch Renard sei für sie die Chance gewesen, sich mit ihm zu verbünden.

Ihr Plan zielt auf ein Atom‑U‑Boot im Bosporus: Renard soll mit dem gestohlenen Plutonium im Reaktor einen Unfall provozieren, Istanbul zerstören und die Meerenge jahrzehntelang radioaktiv verseuchen. So würde Elektras eigene Pipeline zur einzig nutzbaren Route für kaspisches Öl, was ihr gewaltige Macht verschafft. Bond lässt sich von seinem zwielichtigen Verbündeten Valentin Zukovsky helfen, stürmt Elektras Festung, wird jedoch gefangen und von ihr mit einer Halsgarotte gefoltert, bis Zukovsky im Sterben noch seinen Befreiungsmechanismus auslöst.

Bond verfolgt Elektra in einen Turm, wo sie sicher ist, er werde niemals auf eine unbewaffnete Frau schiessen. Als sie Renard per Funk befiehlt, den Reaktorunfall auszulösen, tötet Bond sie mit einem gezielten Schuss und fährt anschliessend mit Christmas per U‑Boot hinunter zu Renard. An Bord kommt es zum Kampf in dem beschädigten Boot; Bond lenkt den Reaktorkern samt Plutonium auf Renard und spiesst ihn mit der Brennstabvorrichtung auf, bevor das Boot kontrolliert auf Grund gesetzt wird. Bond und Christmas entkommen und verbringen in Istanbul eine letzte, deutlich weniger dienstliche Nacht zusammen.

Produktion

  • Der Film ist der 19. offizielle EON‑Bond, der dritte mit Pierce Brosnan als 007, inszeniert von Michael Apted.

  • Gedreht wurde 1998/99 u. a. in Spanien (Bilbao), Frankreich, den britischen Pinewood Studios, in der Türkei (Istanbul) und in den schottischen Highlands.

  • Der Titel stammt wie bei vielen klassischen Bond‑Filmen aus einem Ian‑Fleming‑Bezug: «The world is not enough» ist in «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» der Familienwahlspruch der Bonds.

Fun Facts

  • Die lange Bootsverfolgung auf der Themse gilt als eine der aufwendigsten Pre‑Title‑Sequenzen der Reihe; sie wurde teilweise im echten Londoner Flussverkehr gedreht.

  • Sophie Marceaus Figur Elektra King war eine der ersten explizit «bösen» Haupt-Bondgirls, die zugleich Liebesinteresse, Opferfigur und Hauptantagonistin in einem sind.

  • Denise Richards’ Besetzung als Nuklearphysikerin Dr. Christmas Jones wurde vielfach kritisiert, brachte dem Film aber auch einen der berüchtigtsten doppeldeutigen Schluss‑One‑Liner der Reihe ein.

Pannen & Patzer

  • Das «magische» Q‑Boot‑Cockpit
    Während der Verfolgungsjagd auf der Themse sieht man mehrfach, dass das Q‑Boot vorne praktisch offen ist und nur ein sehr niedriges Visier besitzt. In der Szene, in der Bond quer durch ein Lagerhaus springt und Kisten auf die Scheibe prallen, scheint das Boot plötzlich ein geschlossenes, hohes Frontglas zu haben, an dem alles abprallt.

  • Bonds Waffe wechselt beim Kaviar-Gefecht
    In der Kaviar‑Fabrik versteckt sich Bond hinter einem Tisch und hält seine Walther P99, während er Valentin und Christmas anschreit, sie sollen verschwinden. Nach einem Schnitt hält er plötzlich ein Maschinengewehr, nach dem nächsten wieder seine Pistole, ohne dass man einen Waffenwechsel sieht.

  • Das Seil, das sich von selbst löst
    Zu Beginn flieht Bond aus dem MI6‑Bürofenster am Millennium Dome, indem er sich mit einem Vorhangseil abseilt. Deutlich ist zu sehen, wie er das Seil an seinem Gürtel festknotet; unten angekommen lässt er es aber einfach los und spaziert weg – das Seil ist wie von Zauberhand nicht mehr an ihm befestigt.

Cast

James Bond 007

Bond-Girls

Verbündete

Widersacher

Ausrüstung

Titelsong

The World Is Not Enough