Octopussy

Octopussy

Nachdem Agent 009 in Ost‑Berlin ermordet wird und dabei ein falsches Fabergé‑Ei in der Hand hält, verfolgt Bond eine Spur aus Juwelenschmuggel, die ihn zum exilierten Prinzen Kamal Khan und der rätselhaften Schmugglerin Octopussy führt. In Zusammenarbeit mit ihr deckt er auf, dass Khan und General Orlov ein Atomwaffenattentat auf eine US‑Luftwaffenbasis in Westdeutschland planen, um einseitige Abrüstung in Europa auszulösen; als Clown verkleidet dringt Bond in den Zirkus ein und entschärft die Bombe in letzter Sekunde.
Erscheinungsjahr
1983
Weltpremiere
6. Juni 1983
Laufzeit
131 Minuten

Plot

Ein britischer Agent, 009, schleppt sich als Clown verkleidet schwer verletzt in die Residenz des britischen Botschafters in Ost‑Berlin, in der Hand ein falsches Fabergé‑Ei, und bricht tot zusammen. MI6 vermutet ein grösseres Netz von Juwelenschmuggel und Sowjetintrigen und schickt James Bond nach London ins Auktionshaus, wo das echte Ei versteigert wird. Bond vertauscht das Original mit der Fälschung, spielt den reichen Bieter und treibt den Preis in die Höhe, bis der exilierte afghanische Prinz Kamal Khan für eine enorme Summe zuschlägt – ohne zu merken, dass er die Kopie erwirbt. Khan ist damit als Schlüsselperson identifiziert, und Bond folgt ihm nach Indien.

In Udaipur arbeitet Bond mit dem MI6‑Kontakt Vijay zusammen und legt sich bei einem Backgammon‑Spiel im Club mit Khan an: Der Prinz betrügt mit geladenen Würfeln, Bond dreht den Spies um und gewinnt mit denselben «falschen» Würfeln und Khans Geld. Khans Handlanger Gobinda und weitere Killer versuchen daraufhin mehrfach, Bond zu eliminieren – unter anderem in einer Rikscha‑Verfolgungsjagd und bei einem Tigerjagd‑Ausflug – doch 007 entkommt. Die Spur führt zu einer mysteriösen Frau namens Octopussy, die eine schwimmende Palast‑Insel mit einem exklusiven Zirkus betreibt und eine Armee weiblicher Leibwächterinnen und Schmugglerinnen anführt.

Bond dringt auf die Insel ein, wird gefangen, aber von Octopussy überraschend wohlwollend behandelt. Sie offenbart, dass ihr Vater einst von Bond im Dienst gestellt wurde und sich daraufhin das Leben nahm – Bond liess ihn ehrenvoll «selbst entscheiden», was sie Bond nun hoch anrechnet. Octopussy betreibt zusammen mit Khan einen Schmuggelring für sowjetische Kunstschätze, getarnt durch ihren Zirkus, der quer durch Europa tourt. Doch Bond entdeckt, dass der fanatische sowjetische General Orlov die Sache gekapert hat: Er will statt Kunstwerken eine scharfe Atombombe in einem US‑Luftwaffenstützpunkt in Westdeutschland zünden, während Octopussys Zirkus dort gastiert. Die Explosion soll wie ein NATO‑Unfall wirken und Europa politisch entwaffnen, um einen sowjetischen Vormarsch zu erleichtern.

Bond wird in einem Zug mitgeschleift, der Zirkus und die Bombe transportiert; er kämpft auf Dächern und an Kupplungen gegen Gobinda und andere Schergen. Während Orlov an der Grenze von seinen eigenen Soldaten erschossen wird, als er desertiert, rast der Zug weiter Richtung US‑Basis. Bond erreicht den Stützpunkt knapp, inzwischen von der Militärpolizei verfolgt, und muss sich als Clown verkleiden, um überhaupt in den Zirkus zu kommen. In letzter Sekunde überzeugt er Octopussy vom Verrat Khans und Orlovs und kann die Bombe direkt vor Ablauf des Timers entschärfen.

Khan flieht nach Indien zurück, um seine Beute und Macht zu sichern; Octopussy ist von ihm entführt worden. Bond und Q fliegen mit einem improvisierten Mini‑Flugzeug zu Khans Palast, während Octopussys Kämpferinnen im Gleitflug und per Seil den Angriff eröffnen. In einem finalen Showdown kämpft Bond auf dem Dach eines startenden Flugzeugs gegen Gobinda, der in die Tiefe stürzt, bevor Khan mit der Maschine abstürzt. Bond rettet Octopussy aus dem Flugzeugwrack, und beide ziehen sich auf ihre Insel zurück, während die politische Krise abgewehrt ist.

Produktion

  • «Octopussy» ist der dreizehnte Eon‑Bond‑Film und der sechste mit Roger Moore; Regie führte erneut John Glen.

  • Die Dreharbeiten fanden 1982 u. a. in Indien (Udaipur), Deutschland (u. a. Nene Valley Railway als «Karl‑Marx‑Stadt»‑Strecke) und in den Pinewood Studios statt.

  • Der Film trat 1983 direkt gegen das inoffizielle Konkurrenzprojekt «Never Say Never Again» mit Sean Connery an und spielte mit rund 187 Millionen Dollar weltweit etwas mehr ein als der Rivalen‑Bond.

Fun Facts

  • Maud Adams ist die einzige Schauspielerin, die zweimal eine prominente Bond‑«Girl»-Rolle in der offiziellen Reihe hatte: zuerst Andrea Anders in «The Man with the Golden Gun», später Octopussy.

  • Die Tuk‑Tuk‑Verfolgungsjagd in Indien enthält einen echten Beinahe‑Unfall: Ein Radfahrer fuhr versehentlich ins Bild, die Szene war unplanbar, wirkte aber so gut, dass sie im Film blieb.

  • Für die Jagdszenen wurden eigens Hunderte «Elefantenschuhe» bestellt, die ursprünglich für «The Man with the Golden Gun» gedacht waren; die Bestellung war nie storniert worden, weshalb Jahre später noch immer Lieferungen eintrafen.

Pannen & Patzer

  • Die «falsche» Pistole
    Bond erklärt Q, er habe seine «Walther PPK» verloren. Im ganzen Film trägt er aber eigentlich eine Walther P5 – die Dialogzeile recycelt nur den ikonischen PPK‑Verweis.

  • Der Gipsarm des Yo‑Yo-Killers
    Beim Kampf mit dem Killer mit dem Säge‑Yo‑Yo sieht man in einer Einstellung deutlich seinen Gipsverband am linken Arm. Der Stuntman hatte sich tatsächlich den Arm gebrochen; der Verband wurde nicht in allen Shots ausreichend kaschiert.

  • Der Katapult‑Mercedes ohne Motor
    Wenn Bonds «Schienen‑Mercedes» frontal von der Lokomotive getroffen und in den See geschleudert wird, erkennt man im Unterboden des durch die Luft fliegenden Wracks eine lange Katapultröhre – aber keinen Motor. Das Auto war für den Stunt präpariert; der Mechanismus ist im Filmshot unübersehbar.