Roger Moore

Roger Moore war der Bond‑Darsteller, der die Figur am deutlichsten neu geprägt hat: weg vom eher düsteren Geheimagenten, hin zum eleganten, ironischen Gentleman‑Spion, der die 1970er und frühen 1980er filmisch dominiert. Mit sieben Einsätzen als 007 hält er bis heute den Rekord innerhalb der EON‑Reihe.

Moore wurde am 14. Oktober 1927 in London geboren und wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf, bevor er nach einem kurzen Kunststudium und Kriegsdienst in der britischen Armee zum Film und Fernsehen fand. Bekannt wurde er zunächst im Fernsehen, vor allem als charmant-lässiger Simon Templar in der Serie «The Saint» (1962–1969) sowie in «Maverick» und später «The Persuaders!» – Rollen, in denen er bereits jene Mischung aus Witz, Eleganz und Selbstironie entwickelte, die seinen Bond prägen sollte.

Als Sean Connery die Rolle 1971 endgültig abgab, ergab sich nach mehreren früheren Anläufen endlich die Gelegenheit: 1973 übernahm Moore in «Live and Let Die» erstmals den Part des James Bond. Sein Debüt war an den Zeitgeist angepasst – Blaxploitation‑Einflüsse, Voodoo‑Motivik, Funk‑Score – und zeigte, dass die Reihe auch ohne Connery an der Kinokasse bestehen konnte. In der Folge wurde Moore zur konstanten Grösse des Franchise: «The Man with the Golden Gun» (1974), «The Spy Who Loved Me» (1977), «Moonraker» (1979), «For Your Eyes Only» (1981), «Octopussy» (1983) und «A View to a Kill» (1985) machten ihn zum dienstältesten EON‑Bond.

Moores Bond setzte weniger auf brutale Härte als auf charmante Distanz, Wortwitz und Selbstparodie; er selbst betonte später, dass er Bond eher als «Lover» denn als «Killer» spiele und sich gegen übermässige Gewalt vor allem gegenüber Frauen im Drehbuch wehrte. Gleichzeitig verkörperte er die «grössere» Seite des Franchise: Weltraumausflug in «Moonraker», Unterwasserstadt in «The Spy Who Loved Me», Zirkusspionage in «Octopussy» – Spektakel, das für viele Zuschauer mit «dem Bond der Siebziger» untrennbar verbunden ist.

Nach «A View to a Kill», den er bereits in deutlich fortgeschrittenem Alter drehte, entschied sich Moore 1985, die Rolle abzugeben, nachdem er zwölf Jahre lang das Gesicht der Marke gewesen war. In den folgenden Jahrzehnten blieb er als Charakterdarsteller und vor allem als UNICEF‑Sonderbotschafter präsent, wofür er 2003 zum Knight Commander of the Order of the British Empire (KBE) ernannt wurde. Roger Moore starb am 23. Mai 2017 in der Schweiz an den Folgen einer Krebserkrankung; beigesetzt wurde er auf dem Friedhof von Monaco – als jener Bond, der wie kaum ein anderer Humor und Eleganz mit der Ikone 007 verschmolz.