Sean Connery war der erste Kino‑James‑Bond und prägte das Bild der Figur so stark, dass sein 007 bis heute als Massstab für alle Nachfolger gilt. Seine Jahre in der Bond‑Reihe machten ihn vom Arbeiterkind aus Edinburgh zum internationalen Superstar und Oscarpreisträger.
Sir Thomas Sean Connery wurde am 25. August 1930 in Edinburgh, Schottland, in einfachen Verhältnissen geboren und arbeitete u. a. als Milchbote und Bodybuilder, bevor er zum Theater und Film fand. Anfang der 1960er setzte sich Connery gegen bekanntere Namen durch, als Produzent Albert R. Broccoli und Harry Saltzman ihn für die Verfilmungen der Ian‑Fleming‑Romane als James Bond auswählten.
Connery spielte Bond in den ersten fünf EON‑Produktionen: «Dr. No» (1962), «From Russia with Love» (1963), «Goldfinger» (1964), «Thunderball» (1965) und «You Only Live Twice» (1967). Mit seinem lässigen, zugleich harten und ironischen Spiel etablierte er praktisch alle ikonischen 007‑Markenzeichen – vom trockenen Humor bis zum berühmten «Bond, James Bond» – und machte die Reihe zu einem globalen Phänomen.
Nach «You Only Live Twice» stieg Connery aus, weil ihn Typisierung, mediale Dauerpräsenz und Konflikte um Gagen und Kontrolle über die Rolle zunehmend frustrierten. 1971 kehrte er für EON noch einmal zurück und spielte Bond in «Diamonds Are Forever», bevor er sich erneut von der offiziellen Reihe verabschiedete. 1983 übernahm er die Rolle in dem nicht‑EON‑Film «Never Say Never Again», einer Neuverfilmung von «Thunderball», der auf separaten Rechten beruhte und daher ausserhalb des offiziellen Serien‑Kanons steht.
Parallel und im Anschluss an Bond profilierte sich Connery als Charakterdarsteller in Filmen wie «Marnie», «The Name of the Rose», «The Untouchables» und «The Hunt for Red October», wofür er u. a. einen Oscar, BAFTAs und Golden Globes erhielt. Er blieb bis ins hohe Alter eine prominente Figur des Kinos, zog sich nach «The League of Extraordinary Gentlemen» weitgehend zurück und starb am 31. Oktober 2020 auf den Bahamas.
Connerys Interpretation definierte den «Ur‑Bond»: eine Mischung aus physischer Präsenz, Understatement, Sadismus‑Andeutung und Charme, an der sich alle späteren Darsteller – von Moore bis Craig – abarbeiten mussten. In Umfragen und Kritiken wird er regelmässig als «ultimativer» James Bond genannt; seine sieben Bond‑Filme (sechs EON‑Produktionen plus «Never Say Never Again») bilden bis heute einen Kernbestand der Popkultur‑Wahrnehmung der Figur.