You Only Live Twice

Man lebt nur zweimal

Mehrere US‑ und sowjetische Raumkapseln werden von einem unbekannten Raumschiff «geschluckt», was die Supermächte an den Rand eines Nuklearkriegs bringt; Grossbritannien vermutet den Ursprung der Starts in Japan. Bond täuscht seinen Tod vor, arbeitet mit Tiger Tanakas Geheimdienst zusammen und entdeckt, dass SPECTRE in einem getarnten Vulkan eine Raketenbasis betreibt, von der aus Ernst Stavro Blofeld weitere Kapseln kapern will – Bond und die japanischen Ninjas stürmen die Basis, zerstören die Rakete kurz vor dem nächsten Abschuss und entkommen, als der Vulkan explodiert.

Erscheinungsjahr
1967

Weltpremiere
12. Juni 1967

Laufzeit
117 Minuten

Plot

«You Only Live Twice» («Man lebt nur zweimal») zeigt James Bond in einer stark exotisierten Japan‑Mission, in der er einen drohenden Weltkrieg verhindern und erstmals persönlich Ernst Stavro Blofeld gegenübertreten muss. Das Szenario kombiniert Weltraumkrise, Ninja‑Armee und einen in einen Vulkan gebauten Raketenstützpunkt zu einem der ikonischsten 60er‑Bond‑Filme.

Plot in Lauftext
Mitten im Kalten Krieg verschwinden nacheinander amerikanische und sowjetische Raumkapseln, scheinbar von einem geheimnisvollen Raumschiff «verschluckt», was die Supermächte an den Rand eines Krieges bringt. Grossbritannien vermutet, dass die Spur nach Japan führt, und täuscht zunächst Bonds Tod in Hongkong vor, damit er unauffällig ermitteln kann. Nach einer maritimen Scheinbestattung wird Bond heimlich nach Tokio gebracht, wo er auf Tiger Tanaka, den charismatischen Chef des japanischen Geheimdienstes, und die Agentin Aki trifft, die ihn fortan unterstützt.

Bond untersucht die zwielichtige Firma Osato Chemicals, deren Chef in Wahrheit mit SPECTRE zusammenarbeitet und mit Raketenbrennstoff handelt. Attentatsversuche, Autoverfolgungen und ein Flug mit «Little Nellie», einem stark bewaffneten Mini‑Gyrocopter, führen ihn zu der Erkenntnis, dass das mysteriöse Raumfahrzeug irgendwo in der Nähe eines japanischen Vulkans stationiert sein muss. Als ein weiterer Anschlag scheitert, wird Aki in der Nacht durch ein Giftattentat, das eigentlich Bond galt, getötet – ein Verlust, der ihn zusätzlich antreibt.

Um den Feind zu infiltrieren, lässt Tanaka Bond chirurgisch und kosmetisch «japanisieren» und als Fischer in einem Küstendorf untertauchen, offiziell verheiratet mit der jungen Agentin Kissy Suzuki. Gemeinsam spüren sie den Zugang zu einer getarnten Basis im Innern eines erloschenen Vulkans auf, der sich als gigantischer Raketen‑Startkomplex entpuppt, von innen verschliessbar durch ein bewegliches Stahldach. Hier entdeckt Bond das SPECTRE‑Raumschiff «Bird One», das im Begriff ist, erneut eine amerikanische Kapsel zu entführen, um einen nuklearen Schlagabtausch zwischen USA und UdSSR zu provozieren.

Bond wird gefangen genommen und begegnet erstmals Blofeld, der sich als kahlköpfiger Mastermind mit weisser Katze zeigt und Osato sowie die Versager in seinen Reihen gnadenlos durch ein Piranha‑Becken bestrafen lässt. Während «Bird One» startet, bereitet Tanakas Ninja‑Truppe den Angriff vor; Bond nutzt eine versteckte Zigaretten‑Rakete, um einen Wächter auszuschalten und das Vulkandach zu öffnen, sodass die Ninjas in die Basis eindringen können. In einem gross angelegten Gefecht mit Schusswaffen, Shuriken und Granaten kämpft sich Bond zur Kontrollzentrale vor, wirft Blofelds Handlanger Hans in das Piranha‑Becken, aktiviert die Selbstzerstörung von «Bird One» im letzten Moment und verhindert damit den Abschuss auf die amerikanische Kapsel.

Blofeld setzt daraufhin das Selbstzerstörungssystem der Basis in Gang und entkommt durch einen Geheimgang, während im Innern der Vulkananlage Explosion an Explosion folgt. Bond, Kissy, Tanaka und die überlebenden Ninjas flüchten durch einen Tunnel zum Meer und werden dort in Rettungsinseln aufgenommen. Schliesslich taucht ein britisches U‑Boot unter Bonds und Kissys Boot auf und nimmt die beiden an Bord – während die Supermächte den Alarm zurücknehmen und die Krise scheinbar entschärft ist.

Produktion

  • Die Dreharbeiten dauerten rund acht Monate, von Juli 1966 bis März 1967; ein Grossteil wurde on location in Japan gedreht, während die grossen Explosionen wegen Auflagen der Behörden in Spanien entstanden.

  • Produktionsdesigner Ken Adam liess den legendären Vulkan‑Innenraum in den Pinewood Studios bauen: Die Konstruktion mit Helikopterplattform, Monorail und Raketenrampe kostete rund 1 Million Dollar und verschlang mehr Stahl als das London Hilton Hotel.

  • Für den Film wurde ein Budget von etwa 9,5 Millionen Dollar veranschlagt, womit er zu den teuersten Bond‑Produktionen seiner Zeit zählte, spielte aber weltweit über 100 Millionen Dollar ein.

Fun Facts

  • Beim Location‑Scouting in Japan verpassten die Produzenten Broccoli und Saltzman sowie Regisseur Lewis Gilbert zufällig einen Flug – die Maschine zerbrach kurz nach dem Start über dem Fuji, alle Insassen starben; das Bond‑Team war nur wegen einer spontanen Ninja‑Vorführung nicht an Bord.

  • Das berühmte Toyota‑2000GT‑Cabrio existierte ursprünglich gar nicht: Da Sean Connery zu gross für das Coupé war, liess man eigens eine offene Version ohne Dach anfertigen.

  • Die «Little Nellie»-Sequenz war auch hinter der Kamera riskant: Pilot Ken Wallis absolvierte über 80 Starts für die Szene, und bei einem Helikopter‑Stunt wurde dem Kameramann John Jordan durch den Rotor ein Fuss abgetrennt, der später amputiert werden musste.

Pannen & Patzer

  • Der Astronaut, der sich «umdreht»
    In der Eröffnungssequenz behauptet der zurückgeholte US‑Astronaut, er habe das fremde Raumschiff gesehen, während er in der Kapsel nach vorne, also vom «Ereignis» weg, ausgerichtet ist. Wenige Sekunden später ist er plötzlich nach hinten gedreht, ohne dass man eine entsprechende Bewegung realistisch nachvollziehen könnte.

  • Bonds Ninja-Anzug aus dem Nichts
    Bond und Kissy springen ins Meer, um dem Giftgas in der Höhle zu entkommen; durch sein nasses, helles Hemd sieht man deutlich Bonds Haut. Kurz darauf an Land zieht er das Hemd aus – darunter trägt er auf wundersame Weise schon den kompletten grauen Ninja-Anzug mit grossen Gummisaugnäpfen.

  • Die seltsam schnelle Kissy
    Beim ersten Abstieg in den Krater brauchen Bond und Kissy mehrere Stunden, was im Dialog ausdrücklich betont wird – inklusive Hinweis, dass sie keinen «Liebeshalt» gemacht haben. Später klettert Kissy allein den Krater hinauf, schwimmt zur Küste, holt Tanakas Ninjas und kehrt mit ihnen in deutlich unter einer Stunde zurück, obwohl der Weg eigentlich mindestens genauso lange dauern müsste.