Louis Jourdan (bürgerlich Louis Robert Gendre, 1921–2015) war ein französischer Filmschauspieler, der vor allem für elegant‑weltmännische Rollen in Hollywood bekannt wurde. Er wuchs in einer Hoteliersfamilie in Frankreich und der Schweiz auf, studierte an der Schauspielschule in Paris und wurde von Regisseur Marc Allégret entdeckt, der ihn zunächst in Le Corsaire und dann in La Comédie du bonheur besetzte. Während des Zweiten Weltkriegs war Jourdan in der Résistance aktiv; nach Kriegsende setzte er seine Filmkarriere in Frankreich fort, bevor ihn David O. Selznick nach Hollywood holte.
International berühmt wurde er mit Filmen wie The Paradine Case von Alfred Hitchcock, Letter from an Unknown Woman, Three Coins in the Fountain, Gigi (als Gaston) und The V.I.P.s. Parallel stand er am Broadway in The Immoralist auf der Bühne, wo er einen «continental lover» mit verborgen homosexueller Identität spielte, und trat im Fernsehen u.a. in Paris Precinct, The F.B.I. sowie als Count Dracula in einer BBC‑Produktion auf. Später wandte er sich vermehrt Charakter‑ und Schurkenrollen zu, etwa als Anton Arcane in Swamp Thing (und dessen Fortsetzung) und zog sich nach seinem letzten Film Year of the Comet 1992 weitgehend ins Privatleben in Beverly Hills zurück, wo er 2015 starb.
Im Bond‑Kosmos ist Louis Jourdan als Kamal Khan in James Bond 007 – Octopussy (1983) präsent. Kamal Khan ist ein exilierter afghanischer Prinz und Kunstsammler, der gemeinsam mit General Orlov einen Plan zur Einschleusung einer Atombombe nach Westdeutschland verfolgt und parallel mit gefälschten Fabergé‑Eiern handelt. Jourdan spielt ihn als hochgradig kultivierten, höflichen, aber kalt berechnenden Gegenspieler – mit kontrollierter Stimme, minimaler Mimik und sarkastischer Distanz, was Kamal Khan zu einem der klassisch‑eleganten Schurken der Moore‑Ära macht.