Walter Gotell

Walter Jack Gotell, 1924 in Bonn als Walter Jacques Goettel geboren und 1997 in London verstorben, war ein deutsch-britischer Schauspieler mit einer jahrzehntelangen Karriere vor allem in britischen Film- und Fernsehproduktionen. Seine Familie emigrierte in den 1940er-Jahren nach Grossbritannien, wo er dank seiner Sprachkenntnisse früh in Kriegsfilmen besetzt wurde und häufig deutsche Offiziere oder Henchmen spielte. Gotell blieb ein typischer Charakterdarsteller, der in zahlreichen Serien und Kinofilmen verlässliche Nebenrollen übernahm und sich auf Autoritätsfiguren, Militärs und zwielichtige Funktionäre spezialisierte.

Im James-Bond-Universum ist Walter Gotell in gleich zwei klar unterscheidbaren Funktionen präsent: 1963 tritt er in «Liebesgrüsse aus Moskau» als SPECTRE-Handlanger Morzeny auf, dem Leiter des Trainingscamps und Vollstrecker Blofelds. Ab «Der Spion, der mich liebte» verkörpert er dann den KGB-Chef General Anatol Gogol, eine Rolle, die sich über sechs Filme bis «Der Hauch des Todes» erstreckt und ihn zum am häufigsten auftauchenden nicht permanenten Verbündeten der Reihe macht. Besonders interessant ist, wie sich Gogol im Lauf der Filme vom klassischen Gegenspieler des Westens zu einem pragmatischen Partner wandelt, was die veränderte politische Lage des späten Kalten Krieges widerspiegelt. Gotell verleiht dieser Figur mit freundlicher Jovialität, bürokratischer Behäbigkeit und unterschwelliger Entschlossenheit eine eigene Farbe und wird so zu einem jener vertrauten Gesichter, die dem Bond-Kosmos über einzelne Filme hinaus Kontinuität geben.