Dr. No

James Bond jagt Dr. No

James Bond wird nach Jamaika geschickt, um das Verschwinden eines MI6‑Kollegen zu untersuchen und stösst auf die Spur des geheimnisvollen Dr. No auf der Insel Crab Key. Gemeinsam mit Quarrel und der Muschelsammlerin Honey Ryder deckt Bond ein von SPECTRE gesteuertes Komplott auf, bei dem Dr. No mit einem nuklear betriebenen Störsender amerikanische Raketenstarts sabotieren will, und zerstört sein Versteck samt Anlage.
Erscheinungsjahr
1962
Weltpremiere
5. Oktober 1962
Laufzeit
110 Minuten

Plot

«James Bond jagt Dr. No» beginnt mit der Ermordung des britischen Geheimdienstchefs Strangways und seiner Sekretärin auf Jamaika, woraufhin MI6-Agent James Bond beauftragt wird, das Verschwinden aufzuklären. In Kingston stösst Bond schnell auf ein Netz aus Einschüchterung und Desinformation: Der undurchsichtige Professor Dent wiegelt Verdachtsmomente ab, eine angebliche Sekretärin namens Miss Taro versucht ihn in eine Falle zu locken, und ein Trio von Auftragskillern setzt alles daran, ihn zu beseitigen. Schritt für Schritt erkennt Bond, dass die Spur zu der streng abgeschirmten Insel Crab Key führt, die offiziell einem zurückgezogen lebenden Minenbesitzer namens Dr. No gehört, in Wahrheit aber militärisch bewacht wird und bei den Einheimischen wegen eines «Drachen» gefürchtet ist.

Zusammen mit dem einheimischen Fischer Quarrel lässt sich Bond bei Nacht auf die Insel übersetzen, wo er auf die Muschelsammlerin Honey Ryder trifft, deren Unbefangenheit und Entschlossenheit ihn sofort beeindrucken. Die drei schlagen sich durch den Dschungel, werden von Patrouillen gejagt und sehen die zerstörerische Macht des angeblichen «Drachen», eines gepanzerten Fahrzeugs mit Flammenwerfer, dem Quarrel zum Opfer fällt. Bond und Honey werden gefangen genommen, in Dr. Nos unterirdische Hightech-Basis gebracht und scheinbar höflich als Gäste behandelt, bis sich der Hausherr als grössenwahnsinniger Wissenschaftler offenbart, der mit Hilfe eines Atomreaktors von Crab Key aus amerikanische Raketenstarts sabotiert und so seine Organisation SPECTRE als globale Macht etablieren will.

Bond lehnt es ab, sich ihm anzuschliessen, wird gefoltert und in eine Zelle gesperrt, aus der er durch ein Lüftungsschacht flieht, um sich als Techniker verkleidet in den Kontrollraum zu schleichen. Dort überlastet er den Reaktor und bringt die Anlage ausser Kontrolle, was zum völligen Kollaps von Dr. Nos Basis führt. Im Chaos der Explosionen kommt es zum Kampf zwischen Bond und Dr. No, bei dem der Schurke in den Reaktorsturm stürzt und stirbt, während Bond Honey rechtzeitig befreit und mit ihr in einem Boot von der untergehenden Insel entkommt, bevor sie von der herbeieilenden Rettung aufgenommen werden.

Produktion

  • Der erste offizielle Bond-Film «James Bond jagt Dr. No» war der Startschuss der heute legendären EON-Reihe; er wurde 1962 von Albert R. Broccoli und Harry Saltzman produziert und markierte den internationalen Durchbruch von Sean Connery als James Bond und Ursula Andress als Honey Ryder.
  • Der Film wurde mit einem sehr knappen Budget von etwa einer Million US-Dollar produziert, was damals das niedrigste Budget der Bond-Reihe war – ein knapper Etat, der dennoch zum kassentricktachenden Erfolg mit rund 60 Millionen Dollar weltweiten Einspielergebnissen führte.
  • Die ikonische Pistolenlauf-Sequenz zu Beginn wurde von Maurice Binder mit einer Lochkamera im Inneren einer echten Pistole aufgezeichnet; der dargestellte Bond im Lauf ist dabei nicht Sean Connery, sondern der Stuntman Bob Simmons.

Fun Facts

  • Ursula Andress’ berühmte Szene, in der sie mit dem weissen Bikini aus dem Meer steigt, wurde so populär, dass sie massgeblich zur Verbreitung des Bikinis in der westlichen Mode beitrug und später in mehreren anderen Bond-Filmen zitiert wurde.​
  • In der deutschen Fassung wurde die Terrororganisation «SPECTRE» in «GOFTER» (GeheimOrganisation Für Terrorismus, Erpressung und Rache) umbenannt, um den englischen Begriff spectre («Gespenst») den deutschen Zuschauern verständlicher zu machen.
  • Die Stimme von Honey Ryder im Originalfilm kommt nicht von Ursula Andress, sondern von der Synchronsprecherin und Stuntfrau Nikki van der Zyl, die auch später in mehreren Bond-Filmen die Stimmen von Bond-Girls sprach.

Pannen & Patzer

  • Waffen-Chaos beim «Drachen»
    Beim Feuergefecht mit dem angeblichen «Drachen» auf Crab Key wechselt Bonds Pistole mitten in der Szene mehrfach das Modell: Aus der Walther (eigentlich eine Walther PP) wird kurz eine Colt 1911, dann eine Browning Hi-Power, bevor wieder eine Walther zu sehen ist – ohne dass Bond je die Waffe sichtbar wechselt.​
  • Gummistatue in Dr. Nos Hand
    Wenn Dr. No seine Kraft demonstriert und eine Buddha‑Figur zerquetscht, sieht man beim ersten Berühren deutlich, dass die Figur aus weichem Gummi besteht, nicht aus einem harten Material. Nachdem Dr. No die Figur zerdrückt und zu Boden fallen lässt, ist sie in einer späteren Totalen plötzlich wieder unbeschädigt auf dem Tisch zu sehen – ein klassischer Kontinuitätsfehler.

  • Die verrutschte Hausnummer von Miss Taro
    Miss Taro beschreibt Bond am Telefon den Weg zu ihrem Haus mit der Adresse «Magenta Drive, 2391», später gibt Bond bei seinem Taxi-Anruf jedoch «2171 Magenta Drive» als Hausnummer an – sie nickt sogar zustimmend, obwohl es eine andere Nummer ist.