Anthony Douglas Gillon Dawson (*18. Oktober 1916 in Edinburgh; † 8. Januar 1992 in Sussex) war ein britischer Schauspieler, der sich auf elegante, eher schattenhafte Schurkenfiguren spezialisiert hatte. Nach seiner Ausbildung an der Royal Academy of Dramatic Art und Kriegsdienst stand er ab den 1940er-Jahren vor der Kamera, zunächst in britischen Produktionen wie «They Met in the Dark», «The Way to the Stars» und «The Queen of Spades». In den 1950er-Jahren wechselte er zeitweise in die USA, spielte am Broadway und wurde durch Alfred Hitchcocks «Dial M for Murder» als C. A. Swann/Captain Lesgate einem internationalen Publikum bekannt.
Für Bond-Fans ist Dawson untrennbar mit «Dr. No» verbunden, wo er als Professor R. J. Dent den schleimigen, feigen Handlanger des Titelbösewichts verkörpert. Seine stille physische Präsenz nutzte EON gleich mehrfach: In «From Russia with Love» und «Thunderball» stellte er – unsichtbar im Halbdunkel und nachsynchronisiert – den Körper von Ernst Stavro Blofeld. Dawson blieb bis in die frühen 1980er-Jahre ein gefragter Nebendarsteller, oft in Filmen seines Freundes Terence Young, etwa «The Amorous Adventures of Moll Flanders», «Triple Cross», «Red Sun», «Inchon» und «The Jigsaw Man». Mit seiner Mischung aus distinguiertem Äusseren und unterschwelliger Bedrohlichkeit prägte er den Typus des «klassischen» Bond-Schurken der frühen 1960er-Jahre entscheidend mit.