Die Beretta ist Bonds erste grosse Liebe – und zugleich die Waffe, die er auf Befehl abgeben muss. In den frühen Jahren trägt 007 eine kleine Beretta, kompakt genug für das Schulterholster unter dem Smoking und perfekt für diskrete Einsätze.
In den Romanen ist sie sogar leicht «getuned»: mit verändertem Griff, abgeschliffener Visierung und der Möglichkeit, einen Schalldämpfer zu montieren – eher Werkzeug des Profis als blosse Standardpistole. Doch gerade ihre Kompaktheit wird ihr zum Verhängnis. Nachdem es bei einem Einsatz beinahe tödlich schiefgeht, verliert M das Vertrauen in Bonds alte Begleiterin.
Im Film «James Bond jagt Dr. No» wird aus diesem Bruch eine ikonische Szene: Bond erscheint mit seiner Beretta in M.s Büro – und bekommt eiskalt klargemacht, dass die Waffe fortan als zu schwach und unzuverlässig gilt. Bond legt sie widerwillig auf den Tisch – und versucht am Ende, sie beim Hinausgehen doch noch heimlich einzustecken. M durchschaut ihn sofort und insistiert kühl, dass die Waffe bleibt.
An ihre Stelle tritt die Walther PPK, die zum Mythos werden wird. Die Beretta bleibt damit ein faszinierendes Übergangsobjekt: Sie markiert die Zeit, in der Bond noch eher klassischer Agent als Popikone ist. Ein Relikt aus den Anfängen, das genauso viel über den Wandel der Figur erzählt wie über die Entwicklung ihrer Ausrüstung.
In den Romanen ist es etwas anders: Dort trägt Bond die Beretta durch die ersten fünf Bücher, bis das Beinahe‑Desaster am Ende von «From Russia, With Love» dazu führt, dass M ihn zur Walther wechseln lässt. Danach bleibt die Beretta auch literarisch Geschichte und wird nicht mehr regulär eingesetzt.