A View to a Kill

Im Angesicht des Todes

Bond jagt den Industriellen Max Zorin, der mit einem Sprengplan unter San Francisco ein Erdbeben auslösen und Silicon Valley überfluten will, um die weltweite Mikrochip‑Produktion zu kontrollieren. Unterstützt von Geologin Stacey Sutton kämpft Bond vom Eiffelturm bis zur Golden‑Gate‑Bridge gegen Zorin und seine Killerin May Day.

Erscheinungsjahr
1985

Weltpremiere
22. Mai 1985

Laufzeit
131 Minuten

Plot

Nach einem Einsatz in Sibirien, bei dem Bond am Körper des toten Agenten 003 ein sowjetisches Mikrochip‑Duplikat sicherstellt, entdeckt Q im Labor, dass der Chip baugleich mit einem britischen Exemplar ist und speziell gegen elektromagnetische Impulse gehärtet wurde. Hersteller ist Zorin Industries, geführt vom charmant‑kühlen Geschäftsmann Max Zorin. Bond besucht mit M, Q und Moneypenny ein Pferderennen in Ascot, wo Zorin seinen Zuchthengst antreten lässt; der Sieg wirkt verdächtig, doch alle Dopingtests sind negativ. Sir Godfrey Tibbett, MI6‑Mann und Pferdeexperte, vermutet raffinierte Manipulation.

Über Tibbett erhält Bond Kontakt zum französischen Detektiv Achille Aubergine, der in einem Pariser Restaurant am Eiffelturm berichtet, Zorin plane bald eine exklusive Pferdeauktion. Noch während des Essens wird Aubergine von Zorins Leibwächterin May Day mit einem giftigen Schmetterlings‑«Accessoire» ermordet; Bond verfolgt sie den Turm hinauf, doch sie entkommt per Fallschirm, worauf Bond in einer spektakulären, chaotischen Taxijagd halb Paris umpflügt.

Bond reist mit Tibbett nach Frankreich zu Zorins Gestüt, getarnt als wohlhabender Pferdekäufer. Tibbett ermittelt heimlich in den Ställen und beweist, dass Zorins Pferde mittels versteckter Mikropumpen während des Rennens mit Dopingmitteln «geboostet» werden. Zorin durchschaut Bonds Deckung, lässt Tibbett im Autowaschgang ermorden und versucht, Bond zu ertränken; 007 entkommt knapp. Gleichzeitig fällt Bond eine junge Frau auf, Stacey Sutton, die von Zorin mit einem Scheck abgefertigt werden soll.

In San Francisco trifft Bond den CIA‑Mann Chuck Lee, der erzählt, Zorin sei das Ergebnis von Nazi‑Genexperimenten unter Dr. Carl Mortner, was seine Intelligenz und Psychopathie erkläre. Bond sucht Sutton auf, eine Geologin, die Zorin bekämpft, weil er ihre Familien‑Ölfirma aggressiv aufkaufen will. Gemeinsam durchsuchen sie heimlich Zorins Pumpstation und City Hall‑Unterlagen; Zorin reagiert, tötet den städtischen Chefgeologen und zündet City Hall an, um Bond als Brandstifter und Mörder erscheinen zu lassen. Bond und Stacey entkommen spektakulär über den Fahrstuhlschacht und später mit einem Feuerwehrauto durch halb San Francisco, verfolgt vom Police Department.

Bond und Stacey entdecken, dass Zorin unter einem Bergstollen an der San‑Andreas‑Verwerfung eine gigantische Sprengladung vorbereitet: «Operation Main Strike» soll durch eine künstlich verstärkte Erdbebenserie ganz Silicon Valley fluten und versenken, wodurch Zorin als einziger Chip‑Produzent übrig bliebe. Im Bergwerk zeigt Zorin seine wahre Natur, indem er nach einem Zwischenfall seine eigenen Arbeiter mit Maschinengewehren und gefluteten Schächten massakriert, um Zeugen loszuwerden. May Day, bisher loyale Killerin, realisiert entsetzt, dass Zorin sie ebenfalls opfern würde.

Bond und Stacey werden in einem Seitenstollen zurückgelassen, können sich jedoch befreien. May Day wechselt die Seite, hilft Bond, die schon scharf gestellte Bombe auf eine Lorenplattform zu laden und bringt sie aus dem Stollen, obwohl die Zündzeit fast abgelaufen ist. Sie opfert sich heroisch, als der Wagen in sicherer Entfernung explodiert. Zorin entkommt mit Mortner und seiner rechten Hand Scarpine in einem Luftschiff und entführt Stacey. Bond kann sich am Halteseil des Zeppelins festklammern, bis das Luftschiff über der Golden‑Gate‑Bridge schwebt. Im Finale klettert er auf einen Brückenpylon; es kommt zum Zweikampf auf den Stahlträgern, bei dem Zorin nach einem Fehlschlag in die Tiefe und in die Bucht stürzt. Mortner versucht noch, Bond mit Dynamit zu töten, verliert die Ladung im Luftschiff – der Zeppelin explodiert und stürzt ab, Stacey überlebt. Am Ende findet Q Bond und Stacey per ferngesteuertem Roboter in trauter Zweisamkeit unter der Dusche.

Produktion

  • «A View to a Kill» ist der vierzehnte Eon‑Bond‑Film und der siebte sowie letzte mit Roger Moore, der bei Veröffentlichung 57 Jahre alt war.

  • Gedreht wurde 1984 u. a. in den Pinewood Studios, bei den Pferderennen in Ascot, in Paris (Eiffelturm), im Silicon‑Valley‑Umfeld und in San Francisco, inklusive realer Aufnahmen auf der Golden‑Gate‑Bridge.

  • Für den Film wurde die 1984 abgebrannte 007‑Stage in Pinewood wiederaufgebaut und Anfang 1985 als «Albert R. Broccoli 007 Stage» neu eröffnet, wo grosse Innenbauten wie die Mine entstanden.

Fun Facts

  • Die Fallschirmsequenz vom Eiffelturm wurde im ersten Take von Stuntman BJ Worth perfekt ausgeführt; ein zweiter Stuntman sprang später eigenmächtig ebenfalls, was beinahe die Drehgenehmigung kostete.

  • Roger Moore hielt den Film rückblickend selbst für den schwächsten seiner Bond‑Beiträge und fand sich für die Rolle mittlerweile zu alt.

  • «A View to a Kill» war der erste Bond‑Film mit offiziellem Videospiel‑Tie‑in; es erschienen verschiedene Computer‑ und Konsolenversionen unter dem Filmtitel.

Pannen & Patzer

  • Der fliegende «Bond»-Dummy auf der Seine
    Bei der Verfolgungsjagd in Paris springt Bond von der Brücke auf das Glasdach eines Ausflugsboots. In dem Moment, in dem er durch das Glas kracht, sieht man deutlich eine starre Schaufensterpuppe im Smoking statt Roger Moore.

  • Das widersprüchliche Zorin‑Tonband
    Bond zeichnet in Zorins Lagerhaus das Gespräch zwischen Zorin und Bob Conley auf Kassette auf. Später, als er das Band in der Hotelzimmer-Szene erneut anhört, ist der Dialog auf der Kassette ein anderer als der, den wir zuvor im Lagerhaus gehört haben.

  • Der trockene Polizeichef
    Während der Feuerwehrauto-Verfolgungsjagd spritzt Bond den Polizeichef mit dem Schlauch komplett nass. Wenige Filmminuten später, als derselbe Chef erneut im Wagen zu sehen ist, ist seine Uniform völlig trocken, ohne dass Zeit zum Trocknen vergangen wäre.