Mary Stavin, 1957 im schwedischen Örebro län als Mary Ann‑Catrin Stävin geboren, ist Schauspielerin, Model und ehemalige Miss World. 1977 gewann sie in London die Miss‑World‑Wahl und wurde damit nach Kiki Håkansson und May‑Louise Flodin die dritte schwedische Titelträgerin. In der Folge arbeitete sie international als Model, nahm Schallplatten auf und trat in Musikvideos von Adam Ant («Ant Rap», «Strip») auf. Ab den frühen 1980er‑Jahren wechselte sie ins Schauspiel und spielte in US‑ und europäischen Genrefilmen wie House, Strike Commando 2, Born to Fight, Howling V: The Rebirth oder in Serien wie Twin Peaks und Days of Our Lives.
Im James‑Bond‑Kosmos ist Mary Stavin eine der wenigen Darstellerinnen, die in zwei Filmen der Reihe – wenn auch in unterschiedlichen Rollen – auftreten. In Octopussy (1983) gehört sie als eine der namenlosen «Octopussy Girls» zum Gefolge der Titelfigur und bildet damit Teil des visuellen Signets des Films. Markanter ist ihr Auftritt in Im Angesicht des Todes (1985): In der Pre‑Title‑Sequenz spielt sie Kimberley Jones, eine MI6‑Agentin, die Bond nach seiner Flucht mit einem getarnten «Eisberg‑U‑Boot» aufnimmt. Die kurze Szene – inklusive Flirt, Champagner und Roger Moores augenzwinkerndem Charme – wurde vielfach als «Traumjob» bezeichnet; Moore selbst schrieb später, mit Mary Stavin auf einem U‑Boot davonzutreiben sei wohl vieler Männer Traum. So steht Stavin im Bond‑Universum für die glamouröse, leicht selbstironische Seite der Moore‑Ära, in der Spionage, Pop‑Ästhetik und Model‑Glamour ineinander übergehen.