Fiona Fullerton, 1956 im nigerianischen Kaduna als Tochter britischer Eltern geboren, wuchs in England auf und wollte ursprünglich Balletttänzerin werden. Mit elf Jahren wechselte sie an die Elmhurst Ballet School, wurde dort entdeckt und erhielt 1969 ihre erste Filmrolle in Run Wild, Run Free. Es folgten Nicholas and Alexandra (als Anastasia) und 1972 der internationale Durchbruch als Alice in Alice’s Adventures in Wonderland. In den 1970er- und 1980er-Jahren prägte sie britische Film- und TV-Produktionen wie Angels, The Human Factor, The Charmer, Hold the Dream, Hemingway, Shaka Zulu und TV-Filme wie A Hazard of Hearts oder A Ghost in Monte Carlo. Später zog sie sich weitgehend aus der Schauspielerei zurück, arbeitet als Immobilienmaklerin, Autorin mehrerer Ratgeber und trat 2013 bei Strictly Come Dancing auf.
Im James-Bond-Universum ist Fiona Fullerton als Pola Ivanova in Im Angesicht des Todes präsent, einer KGB-Agentin, die eine erotische wie berufliche Vergangenheit mit Bond teilt. Pola beobachtet gemeinsam mit Bond Zorins Ölverklappung an der kalifornischen Küste; die Szene mündet in ein berühmtes Schaumbad, in dem sie glaubt, kompromittierendes Tonmaterial mitgenommen zu haben, während Bond längst eine Kopie besitzt. Fullerton spielt Ivanova als selbstbewusste, leicht ironische Verführerin, die Bond durchaus gewachsen scheint, zugleich aber im klassischen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Ost und West den Kürzeren zieht. Damit erweitert sie die Galerie der Geheimdienstkolleginnen, die Bond nicht nur als Eroberung, sondern auch als professionelle Konkurrentinnen gegenübertreten, und verleiht dem späten Moore-Film einen Hauch von Spielfreude jenseits der zentralen Liebesgeschichte.