GoldenEye

GoldenEye

Neun Jahre nach einer fehlgeschlagenen Mission in einer sowjetischen Anlage muss Bond den Diebstahl des EMP‑Satelliten «GoldenEye» aufklären. Er entdeckt, dass sein totgeglaubter Ex‑Kollege Alec Trevelyan als Kopf des Janus‑Syndikats hinter dem Plan steckt, London per Satellitenangriff finanziell zu vernichten; gemeinsam mit Programmiererin Natalya Simonova verhindert Bond in einem getarnten Dschungel‑Satellitenstützpunkt auf Kuba die Aktivierung und stellt Trevelyan im finalen Duell auf der Antennenanlage.
Erscheinungsjahr
1995
Weltpremiere
13. November 1995
Laufzeit
130 Minuten

Plot

In einem Prolog Mitte der 80er infiltrieren Bond und sein MI6‑Kollege Alec Trevelyan (006) eine sowjetische Chemiewaffenanlage in Archangelsk. Bei der Sabotageaktion wird Trevelyan scheinbar von Colonel Ourumov erschossen, während Bond in einem spektakulären Stunt mit einem stürzenden Flugzeug entkommt. Jahre später, nach dem Ende der Sowjetunion, verfolgt Bond in Monaco die Killerin Xenia Onatopp, die einen Admiral beim Liebesspiel erdrosselt, um Zugang zu einem experimentellen Kampfhubschrauber (Tiger) zu erhalten.

Der Tiger wird zu einer russischen Radarstation in Severnaya gebracht, wo zwei militärische Satellitenkontrollsysteme namens GoldenEye stationiert sind. Xenia und Ourumov stürmen die Anlage, töten fast alle Mitarbeiter und feuern einen GoldenEye‑Satelliten ab, der mittels elektromagnetischem Impuls die Station und ein umliegendes Gebiet zerstört. Nur die Programmiererin Natalya Simonova überlebt versteckt den Angriff und flieht.

MI6 beobachtet die GoldenEye‑Detonation aus dem Hauptquartier in London und schickt Bond nach Russland, um herauszufinden, wer hinter dem Diebstahl steht. Bond wird in St. Petersburg von CIA‑Kontakt Jack Wade unterstützt und nimmt Kontakt zum zwielichtigen Janus‑Syndikat auf, hinter dem sich überraschend der totgeglaubte Trevelyan verbirgt. Trevelyan enthüllt, dass er ein Nachfahre der Lienz‑Kosaken ist, die von den Briten nach dem Zweiten Weltkrieg an Stalin ausgeliefert wurden, und dass er den britischen Staat für den Verrat an seiner Familie bestrafen will.

Mit der Kontrolle über den zweiten GoldenEye‑Satelliten plant Trevelyan, London mit einem EMP anzugreifen, nachdem er zuvor gigantische Geldtransfers vorgenommen hat, um die Finanzmärkte zu manipulieren. Bond wird gefangen genommen, kann aber zusammen mit Natalya, die Ourumovs Beteiligung bezeugt, entkommen, während Ourumov in einem Zug von Bond erschossen wird. Natalya hackt sich in den Satelliten, um dessen Umlaufbahn zu verändern, wird aber erneut von Xenia und Trevelyan entführt.

Die Spur führt nach Kuba, wo Trevelyan eine versteckte Dschungelbasis mit einer gigantischen Funkantenne betreibt. Bond und Natalya werden abgeschossen, überleben den Crash und dringen in die Anlage ein. Xenia greift Bond in einem Kampf zwischen den Baumkronen an, wird aber von einem abstürzenden Helikopter, den Bond an sie gekettet hat, zermalmt.

In der unterirdischen Kontrolleinheit versucht Natalya, den GoldenEye zum Atmosphäreneintritt zu zwingen, während Trevelyan und der verräterische Programmierer Boris die Kontrolle zurückzuerlangen versuchen. Als Boris Bonds Explosivstift nervös klickt, löst er eine Explosion aus, die Chaos stiftet und Bond und Natalya die Flucht ermöglicht. Auf der sich öffnenden Antennenstruktur liefern sich Bond und Trevelyan einen brutalen Nahkampf; Bond lässt ihn schliesslich aus grosser Höhe in das Schüsseltal stürzen und entkommt, bevor die explodierende Antenne Trevelyan endgültig erschlägt. Der GoldenEye‑Satellit verglüht in der Atmosphäre, und Bond und Natalya werden nach einem Moment vermeintlicher Zweisamkeit von Wade und US‑Marines «gerettet».

Produktion

  • «GoldenEye» ist der 17. offizielle EON‑Bond und der erste mit Pierce Brosnan als 007, inszeniert von Martin Campbell.

  • Der Film markiert nach sechsjähriger Pause (seit «Licence to Kill») den Neustart der Reihe in der Post‑Kalter‑Krieg‑Ära.

  • Gedreht wurde 1994/95 u. a. in den britischen Leavesden Studios, in den Pinewood Studios, in der Schweiz (Contra‑/Verzasca‑Damm), Frankreich und der Karibik.

Fun Facts

  • Der Bungeesprung vom Verzasca‑Damm in der Pre‑Title‑Sequenz galt mit rund 220 Metern als höchster Bungeesprung von einer festen Struktur in einem Spielfilm und erhielt eigenen Rekordeintrag.

  • Die berühmte Gun‑Barrel‑Eröffnung wurde hier erstmals mit Computer­grafik umgesetzt und verlieh dem klassischen Motiv einen moderneren Look.

  • Der Filmtitel geht auf Ian Flemings Anwesen «Goldeneye» auf Jamaika zurück, wo er viele seiner Bond‑Romane schrieb.

Pannen & Patzer

  • Das Wunder‑Bungeeseil am Damm
    Vor dem Sprung legt Bond ein sichtbar nur wenige Meter langes Seil ab, bevor er vom Damm springt. Im nächsten Shot hängt er aber hunderte Meter tief am Bungee – die Seillänge passt in keiner Weise zum zuvor Gezeigten.

  • Die farbwechselnden Fallschirme
    Als Bond und Natalya aus dem entführten Tiger‑Helikopter katapultiert werden, sieht man von aussen zwei komplett weisse Fallschirme. Beim Aufsetzen am Boden sind die Schirme jedoch rot‑weiss (bzw. rot‑weiss‑blau) gemustert.

  • Handschuhe aus dem Nichts
    In der Pre‑Title‑Sequenz stürzt Bond mit dem Piloten aus dem kleinen Flugzeug, und in der Luft ist klar zu sehen, dass er keine Handschuhe trägt. Sobald er wieder auf dem Motorrad landet, hat er plötzlich schwarze Lederhandschuhe an – ohne jede Gelegenheit, sie anzuziehen.