Tomorrow Never Dies

Der Morgen stirbt nie

Ein britisches Kriegsschiff wird durch manipulierte GPS‑Signale in chinesische Gewässer gelockt und versenkt, damit Medienmogul Elliot Carver einen Krieg zwischen Grossbritannien und China anzetteln und exklusiv darüber berichten kann. James Bond arbeitet widerwillig mit der chinesischen Agentin Wai Lin zusammen, infiltriert Carvers Imperium, legt dessen Stealth‑Schiff offen und verhindert im Finale den Raketenangriff auf Beijing, indem er Carver mit dessen eigener Bohrmaschine tötet und das Schiff zerstört.
Erscheinungsjahr
1997
Weltpremiere
9. Dezember 1997
Laufzeit
119 Minuten

Plot

James Bond überwacht zu Beginn einen illegalen Waffenmarkt an der russischen Grenze und entdeckt kurz vor einem britischen Raketenangriff, dass dort Nukleartorpedos auf einem Flugzeug montiert sind. Er kapert die Maschine im letzten Moment und entkommt, wodurch eine Nuklearkatastrophe verhindert, aber seine Eigenmächtigkeit erneut unterstrichen wird. Kurz darauf kommt es im Südchinesischen Meer zur Krise: Die britische Fregatte HMS Devonshire wird nahe chinesischer Gewässer versenkt, ein chinesischer Jet abgeschossen – alles scheinbar Beweise für eine chinesische Aggression.

Hinter der Inszenierung steckt Medienmagnat Elliot Carver, der mit einem Stealth‑Schiff unbemerkt die Devonshire in chinesische Gewässer lockt, sie mit einer diamantbestückten Seebohrmaschine aufreisst und ein chinesisches Flugzeug abschiesst. Gleichzeitig sendet sein Nachrichtennetzwerk als erstes exklusive Bilder und heizt die Stimmung zwischen London und Peking an, während er im Hintergrund darauf setzt, durch einen Krieg ein gigantisches Quoten‑ und Einflussplus zu erzielen.

M schickt Bond nach Hamburg, um Carver zu infiltrieren. Dazu nutzt Bond seine frühere Affäre mit Carvers Ehefrau Paris, die mittlerweile in einer lieblosen Ehe gefangen ist und ihm widerwillig hilft. Bond dringt in Carvers Medienzentrum ein, sabotiert dessen Präsentation und stiehlt den GPS‑Encoder, mit dem Carvers Techniker Gupta die Kursdaten der Devonshire manipuliert hatten. Kurz darauf lässt Carver Paris ermorden; Bond wird im Hotel von dem sadistischen Dr. Kaufman gestellt, kann ihn aber überlisten und in einer Tiefgaragen‑Actionsequenz mit dem ferngesteuerten BMW 750iL entkommen.

Bond reist weiter nach Südostasien, wo er auf Wai Lin, eine Agentin des chinesischen Ministeriums für Staatssicherheit, trifft, die denselben Fall untersucht. Beide werden gefangen genommen, entkommen jedoch – aneinander gefesselt – auf einem Motorrad durch Ho‑Chi‑Minh‑Stadt, liefern sich eine spektakuläre Verfolgungsjagd und erkennen widerwillig, dass sie zusammenarbeiten müssen. Ein gemeinsamer Tauchgang am Wrack der Devonshire zeigt, dass Carver eine Marschflugkörper‑Rakete entwendet hat, mit der er nun einen chinesischen Angriff fingieren will.

Bond und Wai Lin spüren Carvers getarntes Stealth‑Schiff auf, das zwischen den Flotten kreuzt und im Verborgenen auf beide Seiten schiesst, um den Krieg unausweichlich zu machen. Sie dringen an Bord, sabotieren das Schiff und machen es durch Explosionen für Radar sichtbar, woraufhin die Royal Navy das Feuer eröffnet. Während Wai Lin die Antriebe ausschaltet, wird sie von Stamper gefangen genommen; Bond tötet Carver, indem er ihn direkt vor die rotierenden Sägen seiner eigenen Seadrill zerrt.

Anschliessend versucht Bond, die gestohlene Rakete zu sprengen, wird aber von Stamper angegriffen. Im finalen Kampf fesselt Stamper Bond und Wai Lin über der Rakete, doch Bond schiesst das Konstrukt los, kettet Stamper an die Rakete und springt mit Wai Lin ins Meer, kurz bevor das Schiff explodiert. Die offizielle Meldung des Carver‑Senders lautet später, der Magnat sei bei einem Bootsunfall in der Südchina‑See ums Leben gekommen – während Bond und Wai Lin sich an den Trümmern treibend näherkommen.

Produktion

  • Der Film ist der 18. offizielle EON‑Bond und der zweite mit Pierce Brosnan als 007.

  • Regie führte Roger Spottiswoode; gedreht wurde 1997 u. a. in Frankreich, Hamburg, Bangkok, der thailändischen Bucht von Phang Nga (Vietnam‑Double) und in den Pinewood Studios.

  • Der ursprüngliche Arbeitstitel «Tomorrow Never Lies» bezog sich direkt auf Carvers Zeitung «Tomorrow», wurde aber durch einen Tippfehler im Studio zu «Tomorrow Never Dies», den man dann beibehielt.

Fun Facts

  • Michelle Yeoh bestand darauf, die meisten ihrer Stunts selbst auszuführen; ihre Figur Wai Lin war als bewusst ebenbürtiges Gegenstück zu Bond angelegt.
  • Die Motorradverfolgung mit den aneinander gefesselten Bond und Wai Lin wurde in engen Gassen mit Spezialrigs gedreht, um die 180‑Grad‑Sprünge und Drifts sicher ausführen zu können.
  • Für den ikonischen Fernsteuer‑BMW nutzte man ein reales Lenksystem im Kofferraum, in dem ein Stuntfahrer liegend das Auto tatsächlich steuerte, während Brosnan «vorn» scheinbar per Handy lenkte.

Pannen & Patzer

  • Qs «fahrerloser» BMW mit sichtbarem Fahrer
    Wenn Q Bond den BMW im Parkhaus vorführt, fährt der Wagen per Fernsteuerung an der Kamera vorbei. In der Spiegelung an der Seite und beim Vorbeifahren am Helikopter erkennt man jedoch klar einen Fahrer am Steuer.

  • Die wiederaufgefüllte Videokassette
    Dr. Kauffman stoppt die Stereoanlage in Bonds Hotelzimmer, zieht die Kassette heraus und hält sie hoch – sie ist deutlich komplett zurückgespult. Später, wenn Gupta Carver dieselbe Aufnahme vorspielt, läuft plötzlich wieder der komplette Dialog, obwohl das Band eigentlich am Anfang steht.

  • Reifen, die sich «selbst reparieren»
    In der Parkhaus‑Verfolgungsjagd wird bei Bonds BMW ein Reifen plattgeschossen, der Wagen fährt sichtbar auf der Felge. Danach zeigt eine Detailaufnahme, wie sich der Reifen spektakulär wieder aufpumpt – allerdings ist es dabei ein ganz anderes Felgendesign als zuvor.