Vincent Schiavelli, 1948 in Brooklyn als Vincent Andrew Schiavelli geboren, war einer der markantesten Charakterdarsteller des US‑Kinos, erkennbar an seiner grossen Statur und dem melancholischen Gesicht. Nach einem Schauspielstudium an der New York University erhielt er Anfang der 1970er-Jahre erste Filmrollen und wurde bald zu einem festen Ensemblemitglied in den Filmen von Miloš Forman, etwa in Taking Off, Einer flog über das Kuckucksnest, Amadeus, Valmont, The People vs. Larry Flynt und Man on the Moon. Daneben prägte er mit exzentrischen Nebenfiguren Filme wie Fast Times at Ridgemont High, Ghost – Nachricht von Sam, Batman Returns oder Death to Smoochy und absolvierte zahlreiche TV-Auftritte von The Corner Bar – der ersten US-Serie mit einer regulären schwulen Figur – bis zu The X‑Files. 1997 wurde er von Vanity Fair als einer der besten amerikanischen Charakterdarsteller bezeichnet; neben der Schauspielerei veröffentlichte er mehrere Kochbücher und schrieb Food‑Kolumnen.
Im James‑Bond‑Universum trat Vincent Schiavelli 1997 in Der Morgen stirbt nie als Dr. Kaufman auf, einem scheinbar höflichen, leicht skurrilen deutschen Auftragskiller, der als «Meister der forensischen Medizin» vorgestellt wird. Die kurze, konzentrierte Sequenz, in der Kaufman Bond foltert und zugleich die eigenen professionellen Standards erläutert, gehört zu den bizarr-komischen Höhepunkten des Films. Schiavelli verbindet darin bedrohliche Kälte mit trockenem Humor und verleiht der Figur eine Mischung aus Abgeklärtheit und Absurdität, die sie trotz geringer Screentime unvergesslich macht – ein typisches Beispiel dafür, wie seine Präsenz Nebenrollen enorm aufwerten konnte.