On Her Majesty’s Secret Service

Im Geheimdienst Ihrer Majestät

Bond rettet die suizidgefährdete Tracy Draco und gewinnt über ihren Vater, Mafiaboss Draco, eine Spur zu Ernst Stavro Blofeld in den Schweizer Alpen. In der Tarnung als Wappenkundler infiltriert er Blofelds «Allergie‑Institut» Piz Gloria, deckt einen Biowaffen‑Erpressungsplan mit hypnotisierten jungen Frauen auf und lässt die Basis stürmen; nach der Hochzeit mit Tracy wird sie jedoch kurz darauf bei einem Anschlag von Blofelds Helferin Irma Bunt getötet.
Erscheinungsjahr
1969
Weltpremiere
18. Dezember 1969
Laufzeit
142 Minuten

Plot

James Bond rettet an einem portugiesischen Strand die lebensmüde Contessa Teresa «Tracy» di Vicenzo und begegnet ihr kurz darauf im Casino wieder, wo sie hohe Schulden macht und seine Hilfe annimmt. Kurz darauf wird Bond zu ihrem Vater Marc‑Ange Draco gebracht, dem Chef der Unione Corse, der ihm eine Million Pfund bietet, wenn er Tracy heiratet, weil er hofft, sie dadurch zu stabilisieren. Bond lehnt den Handel ab, erzielt aber eine Absprache: Draco hilft ihm bei der Suche nach seinem Erzfeind Ernst Stavro Blofeld, sofern Bond sich weiter um Tracy kümmert.

Zurück in London wird Bond von M von der langwierigen Jagd nach Blofeld abgezogen, worauf er aus Frust seinen Rücktritt einreicht – Moneypenny formuliert das Schreiben heimlich in einen Urlaubsantrag um. Bond reist zu Dracos Geburtstag nach Portugal, wo er und Tracy sich tatsächlich ineinander verlieben. Tracy ringt ihrem Vater Blofeld‑Informationen ab; so erfährt Bond, dass Blofeld über eine Berner Rechtsanwaltskanzlei Kontakt mit dem College of Arms hat und einen Adelstitel beansprucht.

Bond gibt sich in London als Heraldiker Sir Hilary Bray aus und reist in dieser Identität zu Blofelds abgelegener Alpenfestung Piz Gloria in der Schweiz, offiziell ein Institut für Allergieforschung. Dort trifft er auf ein Dutzend angeblicher Patientinnen aus aller Welt, die nachts hypnothisch konditioniert werden, unbemerkt biologische Kampfstoffe in ihre Heimatländer zu bringen. Als Blofeld Bonds Tarnung durchschaut, enthüllt er seinen Plan, die Welt mit dieser «Engel des Todes»-Armee zu erpressen, und nimmt Bond gefangen.

Bond gelingt eine spektakuläre Flucht auf Skiern; verfolgt von Blofelds Männern irrt er durch einen verschneiten Skiort, wo er zufällig wieder auf Tracy stösst. Gemeinsam entkommen sie durch eine wilde Ski‑ und Eisschrankjagd und verbringen eine Nacht in einer Scheune, in der Bond Tracy seine Liebe gesteht und ihr einen Heiratsantrag macht, den sie annimmt. Am nächsten Tag trifft Blofeld sie mit einer ausgelösten Lawine, Tracy wird entführt, Bond knapp verschüttet.

Da die Regierung vor Blofelds Erpressung zurückschreckt, wendet sich Bond erneut an Draco, der mit seinen Leuten und Bond einen Helikopterangriff auf Piz Gloria durchführt. In der folgenden Schlacht wird die Anlage zerstört, Tracy befreit und Blofeld bei einer Bobsleigh‑Verfolgung verletzt, aber nicht eindeutig getötet. Bond und Tracy heiraten in Portugal und fahren glücklich davon, bis Blofeld und Irma Bunt im Vorbeifahren das Auto unter Feuer nehmen und Tracy tödlich treffen. In der Schlusssequenz hält Bond seine tote Frau im Arm und sagt, sie hätten «alle Zeit der Welt», während er allein am Strassenrand zurückbleibt.

Produktion

  • «On Her Majesty’s Secret Service» ist der sechste offizielle Bond‑Film und der einzige mit George Lazenby als James Bond, der nach diesem einen Einsatz aus der Rolle ausstieg.
  • Die Dreharbeiten fanden 1968/69 unter anderem in den Schweizer Alpen (Schilthorn/Piz Gloria), in Portugal und in den Pinewood Studios statt; das echte Bergrestaurant Piz Gloria wurde mit Filmgeldern fertiggebaut und behielt seinen Bond‑Namen.

  • Regie führte Peter R. Hunt, der zuvor als Cutter an den Connery‑Bond‑Filmen mitgearbeitet hatte und hier einen stärker am Roman orientierten, emotionaleren Ton anschlug, als es die Produzenten zunächst erwartet hatten.

Fun Facts

  • Lazenby besorgte sich eigenen Berichten zufolge Anzug, Uhr und Haarschnitt im «Bond‑Stil», bevor er überhaupt gecastet war, und überzeugte die Produzenten mit dieser selbstinszenierten «Bond‑Persona».
  • Die Skiverfolgungsjagden setzten neue Massstäbe: Für einige Einstellungen wurden erstmals speziell entwickelte Kameraschlitten und extrem wendige Skifahrer‑Kameramänner eingesetzt, was dem Film sein markantes Actionprofil gab.
  • Der melancholische Schluss ohne typische Bond‑One‑Liner irritierte das damalige Publikum, gilt heute aber vielen Fans und Kritikern als einer der mutigsten und emotional stärksten Momente der gesamten Reihe.

Pannen & Patzer

  • Blofeld «erkennt» Bond nicht
    Blofeld begegnet Bond hier zum ersten Mal – obwohl sich die beiden im vorherigen Film «You Only Live Twice» bereits direkt gegenüberstanden. Die ursprünglich geplante Erklärung über eine Gesichtsoperation für Bond wurde verworfen, wodurch der Kontinuitätsbruch offen sichtbar bleibt.
  • Der Helikopter, der ins Bild «beamt»
    Beim Angriff von Dracos Hubschraubern auf Piz Gloria sieht man in einer Totalen der Bergfestung plötzlich links im Bild einen Helikopter auftauchen, der im vorherigen Schnitt nicht zu sehen war. Gleichzeitig «springen» andere Hubschrauber in der Formation auffällig in neue Positionen, was deutlich auf nachträgliche Trickmontage schliessen lässt.
  • Das verräterische Sicherungsseil beim Skisprung
    In einer Verfolgungsjagd auf Skiern springt Bond über einen Kamm und landet gefährlich nah an einem Abgrund. Dabei ist an seinem rechten Bein klar ein Sicherungsseil zu erkennen, das ihn sichtbar vor dem Absturz schützt.