Diana Rigg, 1938 in Doncaster geboren und 2020 in London verstorben, gilt als eine der prägendsten britischen Schauspielerinnen ihrer Generation. Ihren künstlerischen Ursprung hatte sie auf der Bühne, wo sie bereits Ende der 1950er-Jahre debütierte und sich bei der Royal Shakespeare Company ein breites Repertoire zwischen Klassik und Moderne erarbeitete. Internationalen Ruhm erlangte sie Mitte der 1960er-Jahre als Emma Peel in der Serie «Mit Schirm, Charme und Melone», in der sie die Ikone der schlagfertigen, hochintelligenten und körperlich souveränen Geheimagentin schuf – eine Figur, die das Bild der emanzipierten Frau im Popfernsehen nachhaltig beeinflusste.
Im James-Bond-Kosmos ist Diana Rigg untrennbar mit der Rolle der Teresa «Tracy» di Vicenzo in «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» verbunden, der einzigen Frau, die James Bond tatsächlich heiratet. Rigg gestaltet Tracy als verletzliche, zugleich eigenwillige und selbstbestimmte Persönlichkeit, die dem Agenten auf Augenhöhe begegnet und ihn emotional herausfordert, anstatt nur dekorative Begleitung zu sein. Gerade die Tragik ihres Schicksals gibt dem Film eine ungewohnte Melancholie und hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Werk – zunächst unterschätzt – heute als einer der emotional komplexesten Beiträge der Reihe gilt. Damit setzte Diana Rigg einen Massstab dafür, wie viel psychologische Tiefe eine Bond-Figur haben kann, ohne ihre Stärke einzubüssen.