George Lazenby

George Lazenby ist der einzige Darsteller, der James Bond nur ein einziges Mal in einem offiziellen EON‑Film verkörperte – und doch gilt «On Her Majesty’s Secret Service» heute vielen als einer der interessantesten Beiträge der Reihe. Sein kurzer, aber markanter Einsatz als 007 prägt bis heute das Bild vom verletzlichen, emotional involvierten Bond.

George Robert Lazenby wurde am 5. September 1939 im australischen Goulburn (New South Wales) geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Nach der Schule arbeitete er unter anderem als Automechaniker und Gebrauchtwagenverkäufer und diente in der australischen Armee, bevor er Mitte der 1960er‑Jahre nach London zog, wo er bald als Fotomodell und Werbegesicht Erfolg hatte.

Lazenby hatte vor Bond praktisch keine Filmerfahrung und war vor allem durch Werbespots bekannt, als ihn Produzent Albert R. Broccoli für die Nachfolge Sean Connerys ins Auge fasste. In einem oft zitierten Coup liess er sich beim selben Friseur wie Connery die Haare schneiden, besorgte sich einen massgeschneiderten Anzug vom Connery‑Schneider und trug für das Casting eine Rolex – Inszenierungen, die Broccoli von ihm überzeugten. Nach einem aufwendigen Auswahlprozess unter Hunderten Kandidaten erhielt der Australier schliesslich die Rolle und wurde zum zweiten offiziellen Bond‑Darsteller der EON‑Reihe.

1969 kam Lazenbys einziger Bond‑Film in die Kinos: «On Her Majesty’s Secret Service» («Im Geheimdienst Ihrer Majestät»), eine vergleichsweise werkgetreue Fleming‑Adaption, in der Bond nicht nur Ernst Stavro Blofeld in den Alpen jagt, sondern sich in Tracy Draco verliebt und sie heiratet. Der Film zeigt Bond ungewöhnlich verletzlich und endet tragisch mit Tracys Tod kurz nach der Hochzeit – ein emotionaler Bruch mit der bis dahin eher unverwundbaren Connery‑Figur, der Lazenby Gelegenheit gab, eine sensiblere, ernstere Version von 007 zu spielen.

Trotz ordentlicher Einspielergebnisse und gemischter, aber oft positiver Kritiken für seine physische Präsenz und Stunts unterschrieb Lazenby keinen Vertrag für weitere Bond‑Filme. Er schilderte später Spannungen mit Produzenten und Kreativen, die seine Vorschläge ignoriert hätten, sowie den Einfluss seines Agenten, der ihm in der Spät‑68er‑Zeit riet, Bond sei ein Auslaufmodell und passe nicht mehr in die kommenden 1970er‑Jahre. Rückblickend gilt seine Entscheidung, das Franchise nach nur einem Film zu verlassen, als eine der spektakulärsten verpassten Chancen der Bond‑Geschichte.

Nach Bond spielte Lazenby in europäischen und asiatischen Produktionen wie «Universal Soldier», «Who Saw Her Die?» und «The Man from Hong Kong» sowie zahlreichen TV‑Rollen, erreichte aber nie wieder eine vergleichbare Popkultur‑Präsenz. Sein Status als «One‑Shot‑Bond» führte lange zu einem Ruf als Randfigur der Reihe, doch in den letzten Jahrzehnten haben Fans und Kritiker seine Leistung in «On Her Majesty’s Secret Service» zunehmend aufgewertet, sodass Lazenby heute als wichtiger, wenn auch kurzer, Wendepunkt in der Entwicklung des filmischen James Bond gilt.

Geboren
5. September 1939
Filmografie
James Bond 007