Moonraker

Moonraker – Streng geheim

Nach dem Diebstahl eines Space‑Shuttles untersucht Bond den Industriekonzern von Milliardär Hugo Drax und entdeckt eine geheime Produktion eines Nervengases, das nur Menschen tötet. Zusammen mit CIA‑Astronautin Holly Goodhead folgt er Drax von Kalifornien über Venedig und Rio zu einer versteckten Raumstation, wo Drax die Menschheit auslöschen und mit einer «perfekten» Elite neu bevölkern will; Bond verhindert den globalen Genozid, zerstört die Giftkapseln im All und schickt Drax in den Weltraumtod.
Erscheinungsjahr
1979
Weltpremiere
26. Juni 1979
Laufzeit
126 Minuten

Plot

Auf dem Transport nach Grossbritannien wird ein von Drax Industries gebautes Space Shuttle, «Moonraker», mitsamt Trägerflugzeug gestohlen, wobei die Maschine explodiert. Da die Briten das Shuttle nur geliehen hatten, setzt M James Bond auf den Fall an, um den Hersteller Hugo Drax zu prüfen. Beim Besuch von Drax’ Anwesen und Spaceplane‑Anlage in Kalifornien lernt Bond den kultivierten, aber misanthropischen Milliardär kennen sowie seine Wissenschaftlerin Dr. Holly Goodhead, die sich als Astronautin entpuppt. Drax lässt Bond umgehend töten – zunächst in einer ausser Kontrolle geratenen Zentrifuge, dann durch einen Jagdunfall –, doch Bond überlebt beide Anschläge.

Mit Hilfe von Drax’ Pilotin Corinne findet Bond in dessen Büro Zeichnungen einer Glasampulle aus einer Manufaktur in Venedig. Kurz darauf lässt Drax Corinne von seinen Hunden jagen und töten, weil sie Bond geholfen hat. In Venedig entdeckt Bond in einer scheinbar harmlosen Glasfabrik nachts ein geheimes Labor, in dem ein Nervengas entwickelt wird, das für Menschen tödlich, für Tiere jedoch ungefährlich ist. Bei einem Kampf mit Drax’ Leibwächter Chang in einem Museum stürzt dieser durch ein Uhrenglas in den Tod, Bond kann eine Ampulle sichern. Tags darauf ist das Labor spurlos verschwunden; M wird vorgeführt, lässt die Ampulle aber analysieren und gestattet Bond, «im Urlaub» weiter zu ermitteln.

Die Spur führt nach Rio de Janeiro, wo Bond erneut auf Holly Goodhead trifft, die sich als CIA‑Agentin enttarnt. Drax setzt nun Jaws auf Bond an, der mehrere Anschläge in Seilbahnen, auf Strassen und im Dschungel überlebt und schliesslich durch die Liebe zu der kleinen Dolly vom eiskalten Killer zum Verbündeten wird. In einem versteckten Dschungelhafen stösst Bond auf eine Moonraker‑Startrampe und erkennt, dass Drax mehrere Shuttles bereitstehen hat. Bond und Goodhead gelangen an Bord eines Moonraker‑Shuttles, das zu einer riesigen Raumstation startet, die per Tarnfeld vor Radars verborgen ist.

In der Station enthüllt Drax seinen Plan: Er hat eine Gruppe genetisch ausgewählter, schöner junger Menschen an Bord gebracht, die als «Neustart» der Menschheit dienen sollen. Von der Station aus sollen Globen mit dem Nervengas in die Erdatmosphäre geschossen werden, um alles menschliche Leben zu löschen; die Kolonisten sollen danach zur Erde zurückkehren. Bond und Goodhead deaktivieren die Radartarnung, sodass die Station für die USA sichtbar wird, die ein Marine‑Shuttle mit bewaffneten Astronauten entsenden. Es kommt zur skurrilen Weltraumschlacht mit Lasergewehren im freien Raum.

Drax versucht zu fliehen, doch Bond trifft ihn mit einer Giftpfeil‑Dartkugel und stösst ihn durch eine Luftschleuse ins All. Jaws und Dolly helfen Bond und Goodhead bei der Flucht, bevor die Station durch Selbstzerstörung und Beschuss zerbirst; Jaws überlebt mit Dolly in einem separaten Modul. Bond und Goodhead verfolgen in einem Moonraker‑Shuttle die letzten drei Giftkugeln, die Richtung Erde fallen, und zerstören sie kurz vor dem Wiedereintritt mit dem Bordlaser. Am Ende wird ihr Shuttle‑Innenraum per Video nach London übertragen, wo die Premierministerin Bond in flagranti bei «Schwerelosigkeits‑Studien» erwischt.

Produktion

  • «Moonraker» ist der elfte Bond‑Film und entstand direkt nach dem Erfolg von «Star Wars»; ursprünglich war «For Your Eyes Only» geplant, wurde aber zugunsten eines Weltraum‑Settings verschoben.

  • Wegen hoher britischer Steuern verlagerte man den Studiokern der Produktion nach Frankreich (Epinay und Billancourt); nur einzelne Szenen, etwa Teile der Weltraumschlacht, entstanden in Pinewood.

  • Die Modelle und Effekte der Raumstation und Shuttle‑Starts erforderten aufwendige Mehrfachbelichtungen auf demselben Filmmaterial; für manche Shots wurde das Negativ bis zu 40‑mal zurückgespult.

Fun Facts

  • Die freie‑Fall‑Eröffnung mit dem Fallschirmkampf erforderte rund 80–88 reale Sprünge und fünf Wochen Drehzeit, um etwa zwei Minuten Film zu erzeugen.

  • Für die Gondel, die sich in einen «Hovercraft» verwandelt und durch den Markusplatz fährt, wurden zwei Spezialboote gebaut; Roger Moore fiel bei den ersten Versuchen mehrfach ins Wasser, bis der Stunt endlich klappte.

  • Richard Kiel, der Jaws spielt, hatte Höhenangst und liess sich bei den Szenen auf der Seilbahn am Zuckerhut von einem Stuntman doublen, biss aber mit sichtlichem Vergnügen echte Lakritz‑«Kabel» durch.

Pannen & Patzer

  • Jaws’ Hemden-Lotterie beim Flugzeugsturz
    In der Pre‑Title‑Sequenz stösst Jaws Bond aus dem Flugzeug und springt hinterher. Aus der Totalen trägt er ein weisses Hemd, in den Nahaufnahmen im freien Fall ist das Hemd dagegen deutlich beige – und wechselt im Schnitt hin und her.

  • Die Schwerkraft ignoriert den Weltraum
    Beim grossen Laser-Gefecht im All explodiert der Raketenrucksack eines Drax‑Handlangers. Die Teile seines Rucksacks und Anzugs «fallen» danach brav nach unten aus dem Bild, obwohl im freien Raum natürlich keine Schwerkraft in dieser Richtung wirken würde.

  • Schwerelosigkeit nur für Requisiten
    Als Bond und Holly in der Moonraker-Fähre in die Schwerelosigkeit übergehen, beginnen Kugelschreiber, Notizen und andere Gegenstände hübsch im Raum zu schweben. Dr. Goodheads langes Haar bleibt jedoch völlig unbewegt, als stünde sie weiter auf festem Boden – ein verräterischer Effekt-Patzer.