From Russia with Love

Liebesgrüsse aus Moskau

SPECTRE lockt Bond mit einem fingierten Überläuferinnen‑Angebot in die Falle: Gemeinsam mit der sowjetischen Krypto‑Spezialistin Tatiana Romanova soll er in Istanbul die Chiffriermaschine «Lektor» stehlen, während SPECTRE ihn und den MI6 in einen Skandal verwickeln will. Auf der Flucht über den Orient‑Express kommt es zum berühmten Kampf mit Killer Red Grant und einem letzten Attentatsversuch durch Rosa Klebb in Venedig.
Erscheinungsjahr
1963
Weltpremiere
10. Oktober 1963
Laufzeit
115 Minuten

Plot

Nach der Niederlage von Dr. No schmiedet SPECTRE einen Plan, um sich an James Bond und dem britischen Geheimdienst zu rächen: Der Schachstratege Kronsteen und die skrupellose Ex‑SMERSH‑Offizierin Rosa Klebb wollen Bond mit einem kompromittierenden Sexskandal töten und gleichzeitig den Briten eine sowjetische Dechiffriermaschine, den Lektor, unterjubeln, um einen internationalen Eklat auszulösen. Klebb rekrutiert in Moskau die ahnungslose Chiffrier‑Spezialistin Tatiana Romanova, die glaubt, für Mutter Russland zu arbeiten, in Wahrheit jedoch als Lockvogel für Bond dienen soll. Offiziell bietet Tatiana dem MI6 ihre Überläufer‑Dienste an, mitsamt Lektor, unter der Bedingung, dass nur James Bond sie in Istanbul treffen darf – M wittert eine Falle, schickt 007 aber trotzdem los.

In Istanbul arbeitet Bond mit dem charismatischen Stationsleiter Ali Kerim Bey zusammen, der ihm die Spannungen zwischen Russen und Briten erklärt und zugleich erkennt, dass eine dritte Partei im Hintergrund zündelt. SPECTRE‑Killer Red Grant beschattet Bond lautlos, beseitigt Gegner auf beiden Seiten und schiebt die Verantwortung jeweils dem anderen Block zu, um die Lage weiter zu eskalieren. Bond trifft Tatiana zunächst im Hotelbett, wo sie, überwacht durch eine versteckte Kamera, ihre Liebesszene mit ihm spielt, während sie zugleich Beweise liefert, dass sie tatsächlich Zugang zum Lektor hat.

Mit Kerim Bey gelingt Bond ein spektakulärer Coup: Sie schleusen sich in das sowjetische Konsulat ein, sprengen einen Teil des Gebäudes, stehlen den Lektor und fliehen durch einen unterirdischen Tunnel, in dem sie eine Rattenplage überstehen müssen. Anschliessend besteigen Bond, Tatiana und Kerim den Orient‑Express Richtung Westen, doch SPECTRE hat den Plan längst einkalkuliert: Grant tötet Kerim und einen sowjetischen Agenten und stellt die Szene so, dass Bond den vermeintlichen Selbstmord seines Verbündeten vorfindet. Schliesslich gibt sich Grant im Zug Bond gegenüber als britischer Agent aus, entwaffnet ihn und schildert genüsslich den gesamten SPECTRE‑Plan, inklusive der geplanten Veröffentlichung des kompromittierenden Sexfilms nach Bonds Tod.

Erst im letzten Moment kann Bond mit Hilfe seines raffiniert präparierten Q‑Aktenkoffers das Blatt wenden: Tränengas, versteckte Waffen und ein erbarmungsloser Nahkampf im engen Abteil enden damit, dass Bond Grant tötet. Die Flucht geht weiter per Auto, dann per Helikopter, dessen Angriffe Bond durch einen gezielten Schuss und eine gewaltige Explosion beendet, bevor er mit Tatiana auf ein Motorboot umsteigt. Auf dem Wasser liefern sich die beiden ein explosives Gefecht mit SPECTRE‑Booten, das Bond mit brennendem Benzin und einer Kettenreaktion von Explosionen für sich entscheidet, sodass ihnen die Flucht nach Venedig gelingt. Dort kommt es zum letzten Duell: Rosa Klebb dringt als Zimmermädchen verkleidet in Bonds Hotelzimmer ein, versucht ihn mit einer giftigen Klinge im Schuh zu töten, doch Tatiana stellt sich gegen ihre frühere Vorgesetzte und erschiesst Klebb, womit sie Bond rettet und sich endgültig zu ihm bekennt.

Produktion

  • Der Film ist der zweite Teil der offiziellen James‑Bond‑Reihe von Eon Productions und basiert auf Ian Flemings gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1957.

  • United Artists verdoppelte nach dem Erfolg von «Dr. No» das Budget; dennoch geriet die Produktion in Zeit‑ und Kostenverzug und musste für den Start im Oktober 1963 regelrecht fertiggehetzt werden.

  • Nur rund 30 Prozent der Szenen wurden tatsächlich in Istanbul, auf dem Balkan und in Venedig gedreht; viele Schauplätze – etwa das berühmte Zigeunerlager – entstanden als aufwendige Studiobauten in Pinewood bei London. 

Fun Facts

  • Sean Connery bezeichnete «Liebesgrüsse aus Moskau» später als seinen persönlichen Lieblings‑Bond unter seinen eigenen 007‑Filmen.

  • Beim Dreh der Hubschrauber‑ und Bootsjagden kam es zu mehreren Pannen: Ein Kameraboot sank im Bosporus, und eine Explosion am Set in Pinewood geriet so ausser Kontrolle, dass mehrere Stuntleute verletzt wurden.

  • Wegen britischer Tierschutzauflagen durfte man keine wilden Ratten verwenden; zunächst versuchte das Team, weisse Ratten mit Kakao zu färben, filmte die Szene am Ende aber in Spanien mit anderen Tieren.

Pannen & Patzer

  • Der Schach-Koffer
    Beim Einbruch ins sowjetische Konsulat schnappt sich Bond den Lektor-Dechiffrierer, doch der Kofferdeckel ist sichtbar noch nicht richtig geschlossen, als er ihn unter den Arm klemmt; im nächsten Schnitt ist der Koffer plötzlich sauber und vollständig zu.

  • Der Lastwagen, der das Modell wechselt
    Den Zug blockiert zunächst ein älterer Dodge-Lkw voller Blumen, doch kurz darauf, als Bond denselben Wagen selbst fährt und von einem Helikopter angegriffen wird, ist es auf einmal ein deutlich jüngerer Chevrolet-Truck.

  • Das Aktenkofferlotto im Helikopter-Angriff
    In der Szene, in der Bond von einem Helikopter verfolgt wird, trägt er den Aktenkoffer in der Draufsicht mal in der rechten, mal in der linken Hand; mit jedem Perspektivwechsel springt der Koffer fröhlich hin und her.