Quantum of Solace

Ein Quantum Trost

Unmittelbar nach den Ereignissen von «Casino Royale» jagt Bond das Netzwerk hinter Vespers Verrat und stösst auf die Organisation Quantum, deren Fäden bis in Regierungen und Geheimdienste reichen. Über Italien, Haiti und Bolivien enttarnt er den vermeintlichen Umweltunternehmer Dominic Greene, der mit einem Putschgeneral ein Monopol auf Boliviens Wasserressourcen errichten will; gemeinsam mit Camille verhindert Bond den Coup in einem Wüstenhotel und findet am Ende persönlichen Abschluss, indem er Vespers Verräter Yusef lebend an den Geheimdienst übergibt.

Erscheinungsjahr
2008

Weltpremiere
29. Oktober 2008

Laufzeit
106 Minuten

Plot

James Bond bringt den gefangenen Mr. White nach Siena, wo M ihn zu der geheimen Organisation Quantum verhören lässt. Als White erklärt, Quantum habe überall Leute, greift Ms eigener Bodyguard an, tötet einen Kollegen und ermöglicht Whites Flucht, während Bond ihn nach einer waghalsigen Verfolgung in den Dächern und einem Steinbruch verliert.

Über Spuren aus der Wohnung des Verräters landet Bond in Haiti, wo er den Killer Edmund Slate ausschaltet und in dessen Rolle schlüpft. Dort trifft er auf Camille Montes, die in eine toxische Beziehung mit dem «umweltbewussten» Unternehmer Dominic Greene verstrickt ist; sie verfolgt in Wahrheit ihren eigenen Racheplan gegen den bolivianischen Ex‑General Medrano, der ihre Familie ermordet hat.

Bond erkennt, dass Greene ein Quantum‑Mitglied ist, das Medrano unterstützt, um im Gegenzug ein grosses Stück scheinbar wertlosen Wüstenlands zugesprochen zu bekommen. Eine Opern‑Konferenz in Bregenz dient Quantum als geheimes Treffen; Bond enttarnt dort mehrere Mitglieder, löst jedoch einen Skandal aus, der M dazu bringt, seine Kreditkarten zu sperren und ihn zur Rückkehr zu zwingen.

Stattdessen reist Bond zu seinem alten Verbündeten René Mathis, überzeugt ihn, ihn nach Bolivien zu begleiten, und trifft dort auf die britische Konsularangestellte Strawberry Fields, die ihn eigentlich sofort zurückschicken soll. Gemeinsam infiltrieren sie Greenes Charity‑Event, wo Bond Camille erneut begegnet und sie vor einem Mordversuch rettet; kurz darauf wird Mathis von korrupten Polizisten erschossen und Bond für seinen Tod verantwortlich gemacht.

Bond und Camille erkennen aus der Luft, dass Quantum mit versteckten Staudämmen heimlich die Wasserreserven Boliviens kontrolliert, um später ein Monopol aufzubauen. Fields wird in Anspielung auf «Goldfinger» ermordet, indem man sie in Öl ertränkt, während M Bond offiziell aus dem Dienst entfernt, ihn aber insgeheim weiterarbeiten lässt.

Im Wüsten‑Ecohotel, das mit hochexplosiven Wasserstoffzellen betrieben wird, zwingt Greene Medrano, einen Vertrag zu unterschreiben, der Quantum die faktische Kontrolle über Boliviens Wasser und damit politische Erpressungsmacht sichert. Bond und Camille stürmen den Komplex: Camille tötet Medrano und rächt ihre Familie, Bond kämpft gegen Greene, während das Hotel lichterloh brennt.

Bond verschont Greene, lässt ihn jedoch mit nur einer Dose Motoröl mitten in der Wüste zurück, was ihn später das Leben kostet. Schliesslich spürt Bond in Russland Yusef Kabira auf, den Mann, der Vesper Lynd verführt und erpresst hat; anstatt ihn zu töten, übergibt Bond ihn dem Geheimdienst – ein Zeichen, dass er Vespers Verrat verarbeitet hat und sich von seiner blinden Rachsucht löst.

Produktion

  • Regie führte Marc Forster; es ist der 22. offizielle EON‑Bond‑Film und der zweite mit Daniel Craig als 007.

  • Gedreht wurde von August 2007 bis Mai 2008 u. a. in Mexiko, Panama, Chile (Atacama‑Wüste), Italien, Österreich, Wales und in den Pinewood Studios.

  • Das Budget lag bei rund 200 Millionen US‑Dollar, womit der Film damals die teuerste Bond‑Produktion war und weltweit über 589 Millionen einspielte.

Fun Facts

  • Die Produktion litt massiv unter dem Autorenstreik 2007/08; Daniel Craig und Marc Forster überarbeiteten Dialoge selbst, weil zeitweise keine Drehbuchautoren engagiert werden durften.

  • Daniel Craig verletzte sich mindestens drei Mal am Set, u. a. an Gesicht, Schulter und Finger, was Operationen und Stiche nötig machte.

  • «Ein Quantum Trost» ist der erste Bond‑Film seit «You Only Live Twice», in dem Bond weder seine Catchphrase «Bond, James Bond» sagt noch mit der weiblichen Hauptfigur schläft.

Pannen & Patzer

  • Der legendäre «Luft‑Feger» in Haiti
    In der Hafenszene in Port‑au‑Prince steht im Hintergrund ein Statist mit einem Besen, der die Luft fegt – der Besen berührt den Boden keine Sekunde. Der Clip dieses Statisten ist inzwischen ein kleiner Kult‑Moment im Netz geworden.

  • Die magisch wieder auftauchende Autotür
    In der Autojagd gleich zu Beginn wird Bonds Aston‑Martin die Fahrertür weggerissen, er fährt sichtbar ohne Tür in den Tunnel hinein. In einer Einstellung beim Drehen des Wagens ist die Tür plötzlich wieder dran und die Seite unbeschädigt, danach fehlt sie wieder.

  • Frisuren-Chaos in der Bootsjagd
    Während der Bootsjagd mit Camille wechseln Bonds und Camilles Haare permanent zwischen nass, halbtrocken und wieder komplett nass – teilweise von Einstellung zu Einstellung. Die Kontinuität der Takes ist da deutlich durcheinandergeraten.