Joaquín Cosío

Joaquín Cosío, 1962 im mexikanischen Tepic, Nayarit, geboren, zählt zu den markantesten Charakterdarstellern des lateinamerikanischen Kinos seiner Generation. Er begann seine Karriere in den frühen 1980er-Jahren auf der Theaterbühne und wechselte erst mit knapp 40 ins Filmfach, als er 2001 in The Blue Room debütierte. Seither wirkte er in Dutzenden von Film- und TV-Produktionen mit, darunter Matando Cabos, El infierno, Pastorela, La delgada línea amarilla und internationale Projekte wie The Lone Ranger oder The Suicide Squad. Mehrfach für den mexikanischen Ariel nominiert, gewann er den Preis 2016 als Bester Nebendarsteller für La delgada línea amarilla und hat sich als Spezialist für kraftvolle, oft ambivalente Figuren zwischen Groteske und Tragik etabliert.

Im James-Bond-Universum ist Joaquín Cosío als General Medrano in Quantum of Solace präsent, einem gestürzten bolivianischen Militär, der mit Hilfe der Organisation Quantum seine Macht zurückerlangen will. Medrano steht weniger für den «glamourösen» Superschurken als für eine raue, realpolitische Bedrohung: ein Kriegsverbrecher, dessen Verbrechen – darunter Massaker und sexuelle Gewalt – explizit angesprochen werden und der damit die moralische Dunkelheit des Craig-Zeitalters verdichtet. Cosío verleiht der Figur eine bedrohliche Körperlichkeit und zugleich etwas Erdiges, beinahe Banales, das sie umso glaubwürdiger und unheimlicher macht. In Kombination mit den geopolitischen Intrigen des Films trägt Medrano entscheidend dazu bei, dass Quantum of Solace sich stärker als viele Vorgänger an realen lateinamerikanischen Macht- und Ressourcenkonflikten orientiert und dem Bond-Kosmos eine deutlich politischere Note gibt.

Geboren
17. September 1974