Casino Royale (2006)

Casino Royale

Der neu beförderte Doppelnull‑Agent James Bond verfolgt den Terrorbankier Le Chiffre, der bei einem Pokerturnier mit hohen Einsätzen im Casino Royale in Montenegro verlorenes Geld zurückgewinnen will. Bond muss ihn am Spieltisch schlagen, während die Beziehung zur Schatzamt‑Beamtin Vesper Lynd sein Vertrauen und seine Loyalität nachhaltig erschüttert.
Erscheinungsjahr
2006
Weltpremiere
14. November 2006
Laufzeit
144 Minuten

Plot

James Bond erlangt seinen 00‑Status, indem er in Prag den korrupten MI6‑Sektionchef Dryden und dessen Kontaktmann ausschaltet. In Uganda stellt Mr. White den Warlord Obanno dem privaten Terroristenbanker Le Chiffre vor, der dessen Geld mithilfe eines geplanten Anschlags an der Börse vermehren will. Bond kommt Le Chiffres Plan auf die Spur, verhindert in Miami die Sprengung eines neuen Skyfleet‑Flugzeugs und ruiniert damit die Spekulation, sodass Le Chiffre seinen Kunden plötzlich Millionen schuldet.

Um das verlorene Geld zurückzugewinnen, organisiert Le Chiffre ein Texas‑Hold’em‑Turnier im Casino Royale in Montenegro. MI6 setzt Bond als besten Spieler der Organisation ein, um ihn am Tisch zu schlagen und ihn so zur Kooperation mit dem Geheimdienst zu zwingen. Die Finanzbeamtin Vesper Lynd soll das Einsatzgeld des Schatzamts überwachen; zunächst prallen ihre Professionalität und Bonds Arroganz aufeinander, doch im Verlauf des gefährlichen Einsatzes entsteht eine tiefe Nähe.

In Montenegro trifft Bond zudem auf René Mathis und CIA‑Agent Felix Leiter, der einspringt, als Bond zwischenzeitlich seine gesamten Chips verliert und Vesper sich weigert, nachzuschiessen. Trotz eines Anschlagsversuchs und einer Vergiftung, die Vesper im letzten Moment mit einem Defibrillator kontert, kehrt Bond an den Tisch zurück und gewinnt die entscheidende Hand mit einem Straight Flush, wodurch Le Chiffre endgültig in die Enge getrieben wird.

Kurz darauf wird Vesper entführt, Bond gerät in Le Chiffres Gewalt und wird brutal gefoltert, doch ehe er bricht, erschiesst Mr. White seinen eigenen Banker, weil dieser mit dem Geld der Organisation gespielt hat. Bond erwacht im Krankenhaus, hält Mathis für einen Verräter und lässt ihn abführen, während er und Vesper sich näherkommen; Bond beschliesst, für sie den Dienst zu quittieren.

Beide reisen nach Venedig, doch M informiert Bond, dass das Preisgeld nie beim Treasury ankam. Er erkennt, dass Vesper das Geld umleitet, folgt ihr zu einer Übergabe und löst einen Schusswechsel aus, bei dem das renovierte Gebäude in den Kanal stürzt; Bond tötet die Angreifer, aber Vesper schliesst sich im Fahrstuhl ein und ertrinkt, bevor er sie retten kann. M erklärt ihm später, Vesper sei erpresst worden, um ihren ursprünglichen Geliebten zu retten; sie habe letztlich einen Deal gemacht, um Bonds Leben zu sichern. Aus den Hinweisen auf ihrem Handy spürt Bond Mr. White an einem Anwesen am Comer See auf, schiesst ihm ins Bein und stellt sich mit den Worten vor: «The name’s Bond, James Bond.»

Produktion

  • Der Film ist der 21. offizielle EON‑Bond, basiert direkt auf Ian Flemings erstem Bond‑Roman von 1953 und markiert einen Reboot der Reihe.

  • Regie führte Martin Campbell, der bereits «GoldenEye» inszeniert hatte und nun Daniel Craigs ersten Auftritt als 007 in einem deutlich härteren, realistischeren Ton prägte.

  • Gedreht wurde 2005/06 u. a. auf den Bahamas, in Tschechien, Italien, Grossbritannien und in den Pinewood Studios; Montenegro wurde grösstenteils in Tschechien und auf den Bahamas doubelt.

Fun Facts

  • Die legendäre Parkours‑Verfolgungsjagd mit dem Baukran entstand mit Free‑Runner Sébastien Foucan, einem der Begründer von Parkour, der seinen eigenen Stil in die Stunts einbrachte.

  • Craigs Casting war zunächst umstritten; erst nach Filmstart wandelte sich die Skepsis, und viele Kritiken bezeichneten ihn als einen der besten Bonds seit Connery.

  • Der hier erstmals gemixte «Vesper»-Martini erhielt später in Bars weltweit Kultstatus; das Rezept geht direkt auf Flemings Romanbeschreibung zurück.

Pannen & Patzer

  • Falsches Passwort zur «VESPER»-Kontonummer
    An der Casino-Kasse tippt Bond als Passwort die Zahlenfolge 836547 ein. Später sagt er aber explizit, das Passwort sei «VESPER» – das entspräche auf einer alphanumerischen Tastatur 837737, passt also nicht zu dem, was man vorher sieht.

  • Der Miami-Tanklaster mit Wunderreifen
    Beim Showdown am Flughafen werden hinten am Tanklaster die Reifen zerschossen, der Truck fährt sichtbar auf den Felgen weiter. Als Bond ihn kurz darauf seitlich zum Stehen bringt, sind die Reifen plötzlich wieder vollständig aufgepumpt.

  • Die «selbstheilende» Defibrillator-Leitung
    Während Bonds Kollaps nach Le Chiffres Gift löst sich nach der Schockabgabe ein Kabel vom Brustpad des Defibrillators deutlich sichtbar. Im nächsten Schnitt ist die Leitung wieder fest angeschlossen, ohne dass Vesper oder Bond sie zwischendurch repariert hätten.