Mads Mikkelsen, 1965 in Kopenhagen geboren, hat sich vom dänischen Charakterdarsteller zu einem der prägendsten europäischen Stars seiner Generation entwickelt. Nach einer Ausbildung als Tänzer und ersten Erfolgen im dänischen Kino – etwa als Tonny in Nicolas Winding Refns Pusher-Filmen und in Für immer und ewig, Dänische Delikatessen oder Adams Äpfel – gewann er mehrfach die wichtigsten Filmpreise seines Heimatlandes. Serien wie Unit One – Die Spezialisten machten ihn im skandinavischen Raum populär, bevor er durch King Arthur und vor allem das Oscar-nominierte Drama Schmetterling und Taucherglocke international stärker ins Blickfeld rückte. Später folgten Hauptrollen in Die Jagd, Hannibal, Doctor Strange, Rogue One, Der Rausch oder Indiana Jones and the Dial of Destiny, die seine Spannweite von leisen, innerlich zerrissenen Figuren bis zum fast mythischen Antagonisten zeigen.
Im James-Bond-Universum wurde Mads Mikkelsen mit Casino Royale schlagartig einer weltweiten Öffentlichkeit bekannt: Als Le Chiffre, Finanzier von Terrororganisationen und brillanter Pokerspieler, verkörpert er den ersten Gegenspieler der Daniel-Craig-Ära. Le Chiffre ist kein grössenwahnsinniger Welteroberer, sondern ein nervöser, hochintelligenter Opportunist, dessen Macht aus Zahlen, Derivaten und riskanten Spekulationen entsteht. Mikkelsen spielt ihn mit kontrollierter Kühle, unterschwelliger Panik und körperlichen Details – vom blutenden Auge bis zum inhalatorischen Asthma –, die seine Verletzlichkeit ebenso sichtbar machen wie seine Grausamkeit. Dadurch verschiebt Casino Royale das Schurkenbild hin zu einer Figur, die im Finanzkapitalismus verankert ist und deren Duell mit Bond am Kartentisch mindestens so spannend ist wie jede physische Auseinandersetzung.