Kevin O’Donovan McClory war ein irischer Drehbuchautor, Regisseur und Produzent, der wie kein Zweiter für die «Thunderball»-Rechtsgeschichte und die inoffizielle Bond‑Schiene steht.
McClory wurde am 8. Juni 1924 in Dún Laoghaire bei Dublin geboren und begann seine Laufbahn als Assistent von Regisseuren wie John Huston, etwa bei «The African Queen» und «Moulin Rouge». Ende der 1950er führte er bei «The Boy and the Bridge» Regie, bevor Ian Fleming – über den gemeinsamen Freund Ivar Bryce – auf ihn zukam, um James Bond erstmals fürs Kino zu entwickeln. McClory hielt die Romane für wenig filmisch und entwickelte gemeinsam mit Fleming und Jack Whittingham eine neue, stark auf Unterwasser‑Action und einen Super‑Schurken zugeschnittene Geschichte, aus der später «Thunderball» wurde.
Als Fleming die gemeinsame Story ohne Absprache als Roman veröffentlichte, klagte McClory und erhielt gerichtlich anerkannte Rechte an der «Thunderball»-Handlung, den SPECTRE‑Elementen und bestimmten Figuren. EON einigte sich schliesslich mit ihm: McClory produzierte die offizielle Verfilmung «Thunderball» (1965), während Broccoli und Saltzman als Executive Producer fungierten.
Nach Ablauf einer Sperrfrist nutzte McClory seine Rechte erneut und produzierte 1983 «Never Say Never Again», eine unabhängige Neuverfilmung von «Thunderball» mit einem zurückkehrenden Sean Connery. In den folgenden Jahrzehnten versuchte er wiederholt, weitere Bond‑Filme (etwa «Warhead 2000») auf Basis seiner Rechte zu realisieren, scheiterte jedoch an juristischen Auseinandersetzungen mit MGM/EON; erst 2013 wurden die Thunderball/SPECTRE‑Rechte endgültig an MGM/Danjaq zurückverkauft, Jahre nach McClorys Tod.