Julian Glover

Julian Wyatt Glover, 1935 in Hampstead, London geboren, ist ein britischer Schauspieler, der seine Laufbahn auf der Bühne begann und früh an der Royal Academy of Dramatic Art ausgebildet wurde. Über Engagements bei der Royal Shakespeare Company und im Londoner West End entwickelte er ein klares, prägnantes Spiel, das sich ebenso für klassische Rollen wie für markante Charaktere in Film und Fernsehen eignet. Seit den 1960er-Jahren war Glover in zahlreichen britischen Serien präsent, darunter «Mit Schirm, Charme und Melone» und «Doctor Who», bevor ihn die 1980er-Jahre mit «Das Imperium schlägt zurück» (General Veers), «Indiana Jones und der letzte Kreuzzug» (Walter Donovan) und später «Game of Thrones» (Grossmaester Pycelle) international einem Massenpublikum bekannt machten.

Im Bond-Universum prägte Julian Glover 1981 in «In tödlicher Mission» die Figur des Aristoteles «Aris» Kristatos, eines scheinbaren Verbündeten, der sich als eigentlicher Hauptgegner entpuppt. Glover gestaltet Kristatos als kultivierten, kontrollierten Mann, dessen Kälte und Opportunismus sich erst nach und nach offenbaren – weniger ein grössenwahnsinniger Superschurke als ein berechnender Nutzniesser des Kalten Krieges. Interessant ist, dass Glover Anfang der 1970er-Jahre selbst als möglicher Bond-Nachfolger für Sean Connery gehandelt wurde, bevor die Rolle an Roger Moore ging; Jahre später steht er Moore dann als Gegner gegenüber. Mit seiner Mischung aus distinguiertem Auftreten und moralischer Verkommenheit fügt Julian Glover dem Pantheon der Bond-Schurken eine vergleichsweise nüchterne, politisch pragmatische Variante des Bösen hinzu, die perfekt zur geerdeteren Ausrichtung von «In tödlicher Mission» passt.

Geboren
27. März 1935