Tsai Chin

Tsai Chin, 1933 in Shanghai als Tochter des berühmten Peking-Opernstars Zhou Xinfang geboren, ist eine chinesisch-britische Schauspielerin, Sängerin, Regisseurin und Lehrerin, deren Karriere sich über mehr als sechs Jahrzehnte erstreckt. Sie wuchs in Shanghai und Hongkong auf und wurde als erste chinesisch geborene Studentin an der Royal Academy of Dramatic Art in London aufgenommen, wo sie die Grundlage für ihre spätere Bühnen- und Filmarbeit legte. In den 1960er-Jahren machte sie in Londoner West-End-Produktionen wie «The World of Susie Wong» auf sich aufmerksam, später in Broadway-Stücken wie «Golden Child», und profilierte sich international mit Film- und Fernsehrollen von «The Inn of the Sixth Happiness» über «The Joy Luck Club» bis hin zu «Memoirs of a Geisha» und «Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings».

Im James-Bond-Universum ist Tsai Chin in zwei sehr unterschiedlichen Phasen präsent: 1967 spielt sie in «Man lebt nur zweimal» die Agentin Ling, die in der ikonischen Eröffnung den scheinbaren Tod Bonds inszeniert – eine kurze, aber einprägsame Szene, die exotistische Bilder der Zeit mit subversivem Rollenspiel kombiniert. 39 Jahre später kehrt sie in «Casino Royale» als erfahrene Pokerspielerin Madame Wu zurück und verkörpert damit eine souveräne, ältere asiatische Frau, die sich selbstverständlich im männlich dominierten Hochstapler-Milieu des Casinos bewegt. Diese Klammer zwischen jungem «Bond-Girl» und gereifter Charakterdarstellerin spiegelt Tsai Chins eigene Laufbahn, in der sie immer wieder Grenzen – kulturell, ästhetisch, altersbezogen – überschritten und der Darstellung asiatischer Figuren im westlichen Kino mehr Eigenständigkeit verliehen hat.

Geboren
1. Dezember 1933
Filmografie
Ling