Peter Lorre

Peter Lorre (1904–1964) war einer der markantesten Charakterdarsteller des 20. Jahrhunderts – ein Schauspieler, der mit seiner sanften Stimme, dem runden Gesicht und den zugleich müden wie durchdringenden Augen eine ganz eigene Form der Bedrohlichkeit verkörperte. Geboren in Rózsahegy (dem heutigen Ružomberok, Slowakei), begann er seine Karriere in den Theatern des expressionistischen Berlins, wo Regisseur Fritz Lang ihn 1931 mit der Hauptrolle des Kindermörders in M – Eine Stadt sucht einen Mörder zur Filmgeschichte machte.

Nach seiner Flucht vor dem NS-Regime emigrierte Lorre über London nach Hollywood, wo er bald in Klassikern wie Casablanca, The Maltese Falcon und unzähligen Thriller- und Noirproduktionen auftrat. Er prägte das Bild des kultivierten Aussenseiters, des ironischen und zugleich gefährlichen Intellektuellen.

Besonders für Bond-Aficionados ist Lorre als allererster Darsteller des Bösewichts Le Chiffre bedeutsam: In der 1954 entstandenen US-TV-Version von Casino Royale – einem frühen Vorläufer der offiziellen Filmreihe – war er der Gegenspieler von «Jimmy Bond». Lorre legte den später von Mads Mikkelsen berühmt verkörperten Schurken als nervös-kalkulierenden Spieler mit tragischen Zügen an. Sein Auftritt gilt als erster filmischer Versuch, Ian Flemings Welt auf den Bildschirm zu bringen und verbindet den düsteren Ton des Film noir mit der kühlen Eleganz des künftigen Bond-Mythos.

Geboren
26. Juni 1904
Gestorben
23. März 1964
Filmografie
Le Chiffre