Linda Christian (geboren als Blanca Rosa Henrietta Stella Welter Vorhauer, 1923–2011) war eine mexikanische Filmschauspielerin mit niederländisch‑mexikanischen Wurzeln, deren Karriere in den 1940er- und 1950er-Jahren zwischen Hollywood und Europa angesiedelt war. Ursprünglich wollte sie Ärztin werden, gab diesen Plan nach einer Begegnung mit Errol Flynn aber zugunsten einer Schauspielkarriere in Hollywood auf und erhielt einen Siebenjahresvertrag bei MGM. Sie debütierte 1944 in Up in Arms, spielte in Holiday in Mexico, Green Dolphin Street, Tarzan and the Mermaids und später in Produktionen wie The Happy Time, Athena, Thunderstorm, The V.I.P.s oder europäischen Genre‑Filmen der 1960er-Jahre. Durch ihre Ehe mit Tyrone Power (1949–1955), mit dem sie die Töchter Romina und Taryn Power hatte, stand sie stark im Fokus der Klatschpresse; ihr Image als glamouröse, «exotische» Starlet‑Figur überstrahlte oft ihre tatsächliche Filmographie.
Mit James Bond ist Linda Christian vor allem verbunden, weil sie als erste «Bond‑Frau» der Geschichte gilt. 1954 spielte sie in der US‑TV‑Adaption von Casino Royale innerhalb der Anthologie‑Reihe Climax! die Figur Valerie Mathis (eine Mischung aus Vesper Lynd und anderer Romanfiguren) an der Seite von Barry Nelson als amerikanisiertem «Jimmy Bond». Noch lange vor den Eon‑Filmen wurde sie mit dieser Rolle zur prototypischen, elegant‑verführerischen Partnerin des Agenten; Fotos aus der Zeit brachten ihr Spitznamen wie «the anatomic bomb» ein. In der Bond‑Historie markiert Christian damit den Ursprung des «Bond‑Girl»-Mythos im Fernsehen, auch wenn ihr Name heute weniger geläufig ist als der von Ursula Andress.