Jill St. John, 1940 in Los Angeles als Jill Arlyn Oppenheim geboren, zählt zu den früh erfolgreichen Hollywood-Darstellerinnen, die bereits als Kind vor Mikrofon und Kamera standen. Nach ersten Auftritten im Radio und Fernsehen schloss sie einen Studiovertrag mit Universal und etablierte sich in den späten 1950er- und 1960er-Jahren als lebhafte, komödiantisch versierte Schauspielerin in Filmen wie «Holiday for Lovers», «The Lost World» und «Come Blow Your Horn», wofür sie eine Golden-Globe-Nominierung erhielt. Ihr Image als leichtfüssiges, glamouröses Starlet verband sich mit einem präzisen Timing für Dialogwitz und einer stark auf Präsenz und Charme setzenden Spielweise.
Im Bond-Universum wurde Jill St. John 1971 mit «Diamantenfieber» zur ersten US-amerikanischen Hauptdarstellerin an der Seite von Sean Connery. Als Diamantenschmugglerin Tiffany Case verkörpert sie eine laute, schlagfertige, bewusst überzeichnete Figur, die sich deutlich von den eher zurückhaltenden Bond-Girls der 1960er-Jahre absetzt und häufig als Kommentar auf Klischees über amerikanische Frauen gelesen wird. St. John spielt Tiffany mit einer Mischung aus frecher Selbstsicherheit, opportunistischem Pragmatismus und komödiantischer Überdrehtheit, wodurch der Film einen leicht anarchischen Ton erhält, der perfekt zur frühen 1970er-Phase der Reihe passt. Damit prägte Jill St. John das Bild des «Bond-Girls» als bewusst exzentrische Figur, die nicht nur Projektionsfläche, sondern eigenständige komische Kraft und Unruhefaktor im Bond-Kosmos ist.