Gert Fröbe (eigentlich Karl Gerhart Fröbe, 1913–1988) war einer der wichtigsten deutschen Charakterdarsteller des 20. Jahrhunderts und wurde international vor allem als Auric Goldfinger im dritten James‑Bond‑Film bekannt. Geboren in Oberplanitz bei Zwickau, arbeitete er zunächst als Theatermaler und Statist, erhielt nach dem Krieg Engagements im Münchner Kabarett und am Deutschen Volkstheater in Wien und wurde 1948 in Berliner Ballade als «Otto Normalverbraucher» einem breiten Publikum bekannt – eine Figur, deren Name zum geflügelten Wort für den «Durchschnittsbürger» wurde. In den 1950er- und frühen 1960er-Jahren prägte er das deutsche Kino mit Rollen als Mörder, Tyrann oder Gauner, etwa in Es geschah am hellichten Tag (Kindermörder Schrott), Via Mala, mehreren Dr. Mabuse-Filmen und historischen Stoffen; zugleich war er immer wieder auch in komödiantischen Parts zu sehen.
Seine intensive Darstellung des Kindermörders in Es geschah am hellichten Tag machte die Bond‑Produzenten auf ihn aufmerksam, die ihn 1964 als titelgebenden Schurken Auric Goldfinger engagierten. In James Bond 007 – Goldfinger verkörpert Fröbe einen grössenwahnsinnigen Gold‑Tycoon, der die US‑Goldreserven in Fort Knox radioaktiv verseuchen will; wegen seines starken Akzents wurde er in der Originalfassung zwar synchronisiert, doch seine physische Präsenz, Mimik und das Zusammenspiel mit Sean Connery machten Goldfinger zu einem der ikonischsten Bond‑Bösewichte überhaupt. Der Erfolg des Films öffnete Fröbe endgültig die Türen zu internationalen Produktionen wie Der längste Tag, Chitty Chitty Bang Bang (als Baron Bomburst) oder Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten, während er parallel in Deutschland unter anderem mit Der Räuber Hotzenplotz generationsprägend wurde.