David Niven

David Niven war der erste Schauspieler, der James Bond im Kino als gealterten, «originalen» 007 spielte – wenn auch in einer wilden Parodie ausserhalb der offiziellen EON‑Reihe. Für viele Fans verkörpert er zugleich den Inbegriff des britischen Gentleman‑Stars der klassischen Hollywood‑Ära.

Niven wurde am 1. März 1910 in London als James David Graham Niven geboren und wuchs nach dem frühen Tod seines Vaters in England und Schottland auf. Nach wechselvoller Schulzeit besuchte er die Militärakademie Sandhurst, diente als Offizier und ging in den 1930ern nach Hollywood, wo er zunächst als Statist und Nebendarsteller begann und sich durch Charme, Timing und Selbstironie rasch etablierte.

Während des Zweiten Weltkriegs kehrte Niven freiwillig zur Armee zurück und diente als Kommandosoldat, bevor er nach 1945 eine der erfolgreichsten Karrieren eines britischen Charakterschauspielers in Hollywood aufbaute. Er brillierte in Filmen wie «A Matter of Life and Death», «Around the World in 80 Days», «The Guns of Navarone» und «The Pink Panther» und gewann 1958 den Oscar als bester Hauptdarsteller für «Separate Tables».

Seine Verbindung zu Bond ist doppelt interessant: Autor Ian Fleming hatte Niven schon früh als Idealbesetzung für seinen Roman‑Bond im Sinn – einen kultivierten, soldatischen Gentleman. In der offiziellen EON‑Reihe kam es nie dazu, doch 1967 übernahm Niven in der starbesetzten Parodie «Casino Royale» die Rolle des «Sir James Bond», eines legendären, seit 20 Jahren pensionierten Superagenten, der widerwillig aus dem Ruhestand geholt wird, um gegen SMERSH und Dr. Noah anzutreten. Im Film wird seine Figur als «originaler» Bond präsentiert, der sich darüber ärgert, dass sein Name an jüngere, promiscuöse Agenten weitervergeben wurde – eine selbstironische Brechung sowohl der Fleming‑Vorlage als auch des damals schon etablierten Leinwand‑007.

Nivens Bond‑Darstellung unterscheidet sich stark von Connery & Co.: Er spielt die Rolle zurückgenommen, altmodisch höflich, eher widerwillig heroisch als testosterongesteuert – im Kern ein anti‑Bond innerhalb einer wilden, episodenhaften Parodie, in der gleich mehrere Figuren den Namen «James Bond» annehmen. Damit steht er in der Bond‑Geschichte als Kuriosum, aber auch als einmalige Verkörperung eines «Fleming‑Gentleman», gefiltert durch 60er‑Satire.

David Niven starb am 29. Juli 1983 (oft mit 28. Juli datiert) in der Schweiz im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer amyotrophen Lateralsklerose (ALS), nachdem seine Erkrankung seit Anfang der 1980er‑Jahre sichtbar geworden war. Sein Gesamtwerk – und seine einmalige, ironische Inkarnation von Sir James Bond – sichern ihm bis heute einen besonderen Platz in der Bond‑ und Filmgeschichte.

Geboren
1. März 1910
Gestorben
29. Juli 1983
Filmografie
James Bond 007