Charles Gray, 1928 im englischen Bournemouth als Donald Marshall Gray geboren und 2000 in London verstorben, war ein britischer Schauspieler mit markanter, aristokratisch wirkender Ausstrahlung und samtiger Stimme. Nach ersten Theaterengagements in Repertoire- und Boulevardstücken etablierte er sich ab den 1960er-Jahren als vielseitiger Charakterdarsteller im britischen Kino und Fernsehen, unter anderem in «The Night of the Generals», Horrorfilmen wie «The Devil Rides Out» und als Kriminologe im Kultmusical «The Rocky Horror Picture Show». Sein Spiel lebte von ironischer Distanz, eleganter Körperhaltung und einer leicht snobistischen Note, die ihn häufig für Rollen als Adliger, Offizier oder undurchsichtiger Gentleman prädestinierte.
Im James-Bond-Kosmos erlangte Gray cineastische Berühmtheit durch zwei Auftritte in sehr unterschiedlichen Funktionen. 1967 spielte er in «Man lebt nur zweimal» den britischen Verbindungsmann Dikko Henderson, einen exzentrischen, aber loyalen Informanten in Tokio. Vier Jahre später kehrte er in «Diamantenfieber» zurück – nun als Ernst Stavro Blofeld, Bonds Erzfeind und Kopf von SPECTRE, und trat damit die Nachfolge von Donald Pleasence und Telly Savalas an. Grays Blofeld ist weniger physisch bedrohlich als seine Vorgänger, dafür aalglatt, kultiviert und von kühler Selbstgefälligkeit, was dem Schurken eine fast campige, zugleich gefährlich souveräne Note gibt. Damit gehört Charles Gray zu den wenigen Darstellern, die in der Reihe sowohl Verbündete als auch Hauptgegner verkörperten – und prägte die Figur Blofelds als ironisch distanzierten Gentleman-Verbrecher für viele spätere Interpretationen mit.