Benicio del Toro, 1967 in Puerto Rico geboren, hat sich als einer der markantesten Charakterdarsteller seiner Generation etabliert. Schon früh fiel er durch seine Mischung aus physischer Präsenz, lakonischem Humor und leicht nuschelnder, fast verschleppt wirkender Sprechweise auf, die ihn aus der Masse seiner Kollegen hervorhebt. Nach ersten TV-Auftritten und kleineren Filmrollen kam Mitte der 1990er-Jahre der Durchbruch mit Die üblichen Verdächtigen, wo er als exzentrischer Gangster Fred Fenster zum heimlichen Szenenstehler wurde. Es folgten facettenreiche Arbeiten in Filmen wie Traffic, 21 Grams, Fear and Loathing in Las Vegas, Sin City oder Sicario, in denen er immer wieder moralisch ambivalente, innerlich zerrissene Figuren verkörperte und zahlreiche Preise gewann.
Im James-Bond-Universum hinterliess Benicio del Toro einen frühen, aber bleibenden Eindruck: In Licence to Kill spielt er Dario, den jungen, sadistischen Handlanger des Drogenbarons Franz Sanchez. Seine Figur wirkt unberechenbar, fast animalisch, und bringt eine rohe Brutalität in den Film, die den Ton des härteren späten Dalton-Bonds mitprägt. Del Toro nutzt die vergleichsweise kleine Rolle, um ein Maximum an Bedrohlichkeit und bizarrer Energie zu entfalten – ein Vorgeschmack auf die Intensität, mit der er später komplexe Antihelden und gebrochene Männer in grossen Autoren- und Genrefilmen gestalten sollte.