Jesper Christensen, 1948 in Kopenhagen geboren, zählt zu den profiliertesten dänischen Charakterdarstellern seiner Generation. Nach Jahren als Theaterschauspieler – unter anderem in Hauptrollen wie Alceste, Faust oder Richard III – wechselte er verstärkt zum Film und wurde mit Arbeiten in dänischen Produktionen wie Per Flys «Klassen‑Trilogie» sowie in Italienisch für Anfänger und Ellens sang bekannt. International machte er sich mit Sydney Pollacks Die Dolmetscherin und weiteren europäischen wie englischsprachigen Projekten einen Namen und wurde mehrfach mit dem dänischen Bodil‑Preis ausgezeichnet.
Im James‑Bond‑Universum ist Jesper Christensen als Mr. White eine Schlüsselfigur der Daniel‑Craig‑Ära. Er tritt in Casino Royale, Ein Quantum Trost und Spectre auf und ist damit der erste Darsteller, der denselben Schurken in mehr als zwei Bond‑Filmen verkörpert. Mr. White agiert als undurchsichtiger Strippenzieher im Hintergrund – zunächst als Verbindungsmann zu Le Chiffre, später als Bindeglied zwischen der Organisation Quantum und SPECTRE. Christensen spielt ihn mit ruhiger, beinahe höflicher Kälte und leiser Resignation; besonders in Spectre, wo Mr. White von seiner eigenen Organisation zum Abschuss freigegeben wurde, bringt er eine tragische Note in die sonst so kontrollierte Schurkenfigur ein. Dadurch wird Mr. White zum roten Faden, der die Craig‑Filme erzählerisch zusammenhält und die Kontinuität einer verdeckt agierenden Superorganisation im Hintergrund greifbar macht.