Maryam d’Abo, 1960 in London als Tochter einer georgischen Mutter und eines niederländischen Vaters geboren, wuchs in Paris und Genf auf und kehrte 1980 nach London zurück. Dort studierte sie kurz am Drama Centre und begann parallel ihre Karriere mit kleineren Film- und TV‑Rollen, etwa in Xtro, Master of the Game, Until September oder White Nights. Neben Filmarbeiten stand sie auf der Bühne, etwa als Roxane in Cyrano de Bergerac, und blieb auch nach ihrem Bond‑Auftritt eine kontinuierlich beschäftigte Darstellerin in europäischen und internationalen Produktionen wie Leon the Pig Farmer, The Browning Version, Doctor Zhivago (2002), Dorian Gray, Altamira oder Last Words. 2002 war sie zudem Co‑Autorin und Moderatorin der Doku Bond Girls Are Forever, in der sie die Geschichte der Bond‑Frauen aus Sicht der Darstellerinnen nachzeichnete.
International bekannt wurde Maryam d’Abo 1987 als Kara Milovy in James Bond 007 – Der Hauch des Todes. Kara ist eine tschechoslowakische Cellistin und Geliebte des überlaufenden Generals Koskov, die von diesem als scheinbare Attentäterin missbraucht wird und über Umwege zu Bonds Verbündeter wird. D’Abo spielt sie als sensibles, zunächst manipuliertes, dann zunehmend selbstbewusstes Talent, das Bonds Welt der Geheimdienste mit der eigenen Kunstwelt kontrastiert – ikonisch ist die Flucht im Cello-Kasten über die Grenze. Kara Milovy markiert einen bewussten Schritt weg vom überzeichneten Glamour der späten Moore‑Zeit hin zu einer vergleichsweise «realistischen», emotional greifbaren Partnerin, deren Beziehung zu Bond eher auf Vertrauen und gemeinsamer Gefahr als auf oberflächlicher Verführung basiert.