Marvin Frederick Hamlisch (2. Juni 1944 in New York City–6. August 2012 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Komponist, Pianist und Dirigent und zählt zu den erfolgreichsten Film- und Musicalkomponisten des 20. Jahrhunderts. Er entstammte einer jüdischen Familie mit Wurzeln in Wien, zeigte früh aussergewöhnliches Klaviertalent und wurde bereits als Kind an der Juilliard School of Music aufgenommen.
Noch während seiner Studienzeit arbeitete Hamlisch als Korrepetitor und Arrangeur für Broadway-Produktionen und landete 1965 mit «Sunshine, Lollipops and Rainbows» für Lesley Gore seinen ersten Pop-Hit. In den 1970er-Jahren prägte er das amerikanische Kino mit der Musik zu «The Way We Were» («So wie wir waren») und mit seinen Ragtime-Adaptionen von Scott Joplin für «The Sting» («Der Clou»), die ihm gleich mehrere Oscars einbrachten. Parallel dazu schrieb er für den Broadway das Musical «A Chorus Line», dessen Erfolg ihm neben einem Tony Award auch den Pulitzer-Preis eintrug und das zu den langlebigsten Shows der Broadway-Geschichte gehört.
Für die James-Bond-Reihe komponierte Hamlisch 1977 die Musik zu «The Spy Who Loved Me» («Der Spion, der mich liebte»), in der er sinfonische Actionmusik mit zeitgenössischem Pop und Disco-Elementen verband. Der von ihm geschriebene Titelsong «Nobody Does It Better», interpretiert von Carly Simon, wurde ein internationaler Hit und gilt als einer der populärsten Bondsongs überhaupt. Darüber hinaus arbeitete er über Jahrzehnte eng mit Barbra Streisand zusammen, sowohl im Studio als auch als musikalischer Leiter ihrer grossen Konzerttourneen. Mit drei Oscars, vier Grammys, vier Emmys, einem Tony und einem Pulitzer-Preis gehört Hamlisch zu der sehr kleinen Gruppe von Künstlern, die nahezu das gesamte Spektrum der grossen Kulturpreise auf sich vereinen.